Handhabungstechnik

Griff nach Sicherheit

Greifsysteme in Handhabung und Montage sind oft rund um die Uhr in Betrieb. Viele Komponenten müssen dabei extremen Belastungen beispielsweise durch Späne, Staub, aggressive Medien oder Hitze standhalten. Hinzu kommt, dass angesichts enger Margen und straff getakteter Just-in-Time-Produktion Zeit- und Erfolgsdruck herrscht, der meist schon weit vor der ersten Inbetriebnahme beginnt. Angesichts dieser Herausforderungen gewinnt für viele Kaufentscheider neben der Qualität und Leistungsfähigkeit der Module immer mehr auch der Umfang der Serviceleistungen an Bedeutung. Sie erhöhen die Planungssicherheit, erleichtern die Inbetriebnahme und gewährleisten im laufenden Betrieb ein Höchstmaß an Wirtschaftlichkeit. So mancher Konstrukteur und Einkäufer sehnt sich nach den Zeiten zurück, in denen Greifer, Drehmodule oder Lineareinheiten anhand weniger technischer Daten ausgewählt werden konnten. Mit der zunehmenden Vernetzung von Produktions- und Montageprozessen sind jedoch die Komplexität, die Variantenvielfalt und damit die Anforderungen an den Planungs- und Realisierungsprozess gestiegen. Moderne Serviceleistungen von Herstellern können bereits in diesem Zusammenhang eine wertvolle Hilfe sein. Sie erhöhen die Planungssicherheit bei Qualität, Zeit und Kosten, sie verkürzen die Planungsphase und sie ermöglichen eine effektivere Umsetzung und damit einen schnelleren Produktionsstart.

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Verkürzte Planung – hohe Sicherheit

Bei der Investition in Greifsysteme lohnt es sich auf einen umfassenden Kundenservice zu achten. Er erhöht die Planungssicherheit, erleichtert die Inbetriebnahme und gewährleistet auf Dauer eine hohe Wirtschaftlichkeit der Anlage.

Das Spektrum nützlicher Servicetools für die Planungsphase ist groß und beschränkt sich nicht mehr nur auf die Angabe einer Bestellhotline. Es reicht vom CAD-Datendownload über Online-Konfigurationsprogramme, die die Modulauslegung erleichtern, bis hin zu ganz realen Probelieferungen, um Module in Augenschein zu nehmen oder sogar zu testen. Noch weiter gehen Hersteller, die im Rahmen ihres Servicekatalogs Machbarkeitsstudien in Form technischer Auslegungen, konstruktiver Prüfungen, FEM-Analysen und 3D-Konzeptionen durchführen. Selbst Testaufbauten kompletter Applikationen beim Hersteller werden mittlerweile als externe Serviceleistung angeboten. Das kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn der laufende Produktionsprozess beim Anwender nicht gestört werden darf und vom ersten Tag an eine umfassende Prozesssicherheit der künftigen Lösung sichergestellt sein muss. Eine weitere Serviceleistung ist das Customizing, bei dem Standardkomponenten und Baugruppen bereits beim Hersteller an die individuellen Bedürfnisse des Kunden angepasst werden. Dabei geht es sowohl um mechanische Adaptionen, wie beispielsweise die Entwicklung und Fertigung individueller Greiferfinger und anderer werkstückberührender Bauteile, als auch um Softwareadaptionen, wie etwa die Implementierung produktspezifischer Parametersätze. Und auch für den Entwicklungsprozess bieten Hersteller inzwischen diverse Leistungen an. Seien es technisch-wirtschaftliche Analysen, die Fertigung von Prototypen oder sogar die Übernahme kompletter, auftragsbezogener Entwicklungsleistungen.

Nach Plug & Play kommt Plug & Work

Einen zweiten großen Block bilden Serviceleistungen in der Realisierungsphase. Sie verfolgen in der Regel das Ziel, Projekte termingerecht und zeiteffizient umzusetzen. Beides hat wesentliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit, erst recht, wenn übergeordnete Anlagen von der Inbetriebnahme betroffen sind. Ein typisches Aufgabenfeld von Servicetechnikern ist die Inbetriebnahmeunterstützung vor Ort. Dabei geht es in der Regel um die Verkabelung und Verschlauchung der Komponenten, um die Parametrisierung von Antriebsreglern, die Optimierung elektrischer Antriebe und die Einweisung von Mitarbeitern in die Bedienung der Anlage. Darüber hinaus verfolgen moderne Servicekonzepte einen weiteren Ansatz, der insbesondere für komplexe Baugruppen und Lösungen interessant ist: Der größte Teil der Inbetriebnahme wird dabei zum Hersteller oder Systemintegrator verlagert, wo die komplette Applikation sowohl mechanisch als auch elektrisch montiert und verkabelt sowie auf Funktion und Dichtheit geprüft wird. Zudem erfolgen bereits in diesem Zusammenhang die Grundparametrisierung sowie die Integration anwendungsspezifischer Parametersätze. Mit Hilfe derartiger Plug & Work Konzepte lassen sich die Inbetriebnahmezeiten beim Anwender auf ein Minimum reduzieren und zugleich ein exakter Termin für den Produktionsstart gewährleisten. Zudem minimiert der Ansatz die Gefahr von Schäden sowie störungsbedingten Ausfällen bei der Inbetriebnahme. Um den Verwaltungsaufwand bei Anwendern zu minimieren, umfassen moderne Serviceleistungen auch den Bereich der technischen Dokumentation. Dazu zählt die Erstellung kundenspezifischer Dokumentationen in Landessprache ebenso wie die Übersetzung von Betriebsanleitungen oder die Unterstützung bei der Erstellung von Dokumentationen nach Betriebsnormen. Auch Stücklisten sowie Zeichnungen werkstückberührender Bauteile werden mittlerweile von Herstellern angeboten.

Über den Lebenszyklus planen

Ein besonderes Augenmerk sollten Anwender auf Serviceleistungen während der Nutzungsphase legen. Hier gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede, die gravierende wirtschaftliche Auswirkungen haben können. So lohnt es sich, darauf zu achten, dass über den gesamten Lebenszyklus einer Anlage hinweg, also nicht nur für die Zeit der Gewährleistung, Supportleistungen in Form von Ersatzteilen, Reparatur und Wartung angeboten werden. Wer im Schadensfall Anlagenstillstände verkürzen will, sollte zusätzlich auf eine hohe Lieferbereitschaft, auf Hol- und Bringservices sowie auf die Möglichkeit von Expresssendungen wert legen. Schon seit Jahren baut Schunk zum Beispiel das Serviceprogramm aus. Heute umfasst es von der Erstberatung über die Planung, Inbetriebnahme und Wartung alle Bereiche des Lebenszyklus einer Anlage. Dazu zählt unter anderem auch die Longlife-Garantie, eine bis heute einzigartige 30-Jahre-Funktionsgarantie für vielzahngeführte Greifmodule. bw

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