Vakuumsauger für das Blechhandling

Anschmiegsame Handhabung

Auch die Automobilindustrie ist stets auf der Suche nach Technologien, mit denen sich einzelne Baugruppen effizient fertigen lassen – das Ziel heißt hohe Produktivität bei möglichst geringem Energieeinsatz. Von Bilsing kommen neue Vakuumgreifer für Tiefziehbleche.

Die Vakuumsauger schmiegen sich an die Oberflächenkonturen von Tiefziehblechen an und werden direkt an die Ejektoren angeschlossen. (Foto: Bilsing)

Hohe Taktzahlen bei niedrigen Stückkosten sind die Herausforderung für die Betreiber von Stanz- und Tiefziehpressen. Gleichzeitig geht es auch hier um die Reduzierung des Energieverbrauchs. Das effiziente Handling von Platinen und Kunststoffteilen für die Automobilindustrie ist seit gut 30 Jahren Metier des in Attendorn gegründeten und heute weltweit operierenden Unternehmens Bilsing Automation. Für die Handhabung von Blechen und Kunststoffteilen steht ein entsprechender Greifer-Baukasten zur Verfügung. Für Betreiber von Umform- und Kunststoffpressen bietet die Vakuumerzeugung in Verbindung mit Vakuumsaugern weitere Möglichkeiten, die Produktivität von Pressen zu erhöhen, die Umformprozesse sicherer zu gestalten und den Druckluftverbrauch zu reduzieren. Bilsing fertig einen Ejektor, der kürzer ist als bislang marktgängige Ejektoren, die sich für die direkte Ankopplung von Vakuumsaugern auf Toolings fürs schnelle Platinenhandling eignen.

Kernstück der Lösung ist die Weiterentwicklung einer zweistufigen Venturidüse, die im Ejektor installiert ist. Der Ejektor wurde so bemessen, dass er mit marktgängigen Ejektoren ausgetauscht werden kann. Er lässt sich mit beiden in der Praxis angewandten Steuerungsarten betreiben. In der einen Variante bleibt der Vakuum-Saugimpuls auch beim Abblasen – also beim Lösen des Saugers vom Handhabungsgut – bestehen. In der zweiten Variante wird der Saugimpuls gelöscht und nur der Abblasimpuls betätigt. Das schnellere Lösen der Last erfolgt, wenn der Saugkanal offen bleibt. Dabei wird die Druckluft sofort in den Vakuumkanal umgelenkt.

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Die zweistufige Bilsing-Venturidüse arbeitet schneller als einstufige Exemplare. Das wird besonders beim Aufbau eines Vakuums deutlich, der doppelt so lange dauert wie das Abblasen. Insgesamt arbeiten Bilsing-Ejektoren sowohl beim Ansaugen als auch beim Ablegen schneller, sagt der Anbieter. Der Luftverbrauch reduziert sich dadurch. In einem Langzeitversuch sei ermittelt worden, dass im Vergleich zu den derzeit am Markt erhältlichen, ähnlich aufgebauten Systemen Energieeinsparungen bis 50 Prozent möglich sind. Die zweistufig aufgebaute Venturidüse bewirkt eine zweistufige Entspannung der zugeführten Druckluft. Dadurch arbeitet sie leiser. Ein Schallschutzmodul wird hier nicht benötigt.

Bilsing entwickelte neue Vakuumsauger, die direkt an die neuen Ejektoren angedockt werden. Sie bestehen aus thermoplastischem Polyurethan – verschleißfest, wärmebeständig bis 100 Grad Celsius und anschmiegsam, um unterschiedliche Konturen von Tiefziehblechen zuverlässig greifen zu können. Die Sauger sind einteilig aufgebaut, liegen exakt flach am Werkstück auf und verhindern Verformungen. Zur sicheren Arbeitsweise tragen auch die inneren Bremsrippen bei; sie sind so gestaltet, dass bei der Lastaufnahme kleine Ölspuren oder kleine Schmutzteilchen abgesaugt werden. Das verwendete Material ist frei von lackierungsstörenden Substanzen, so dass Stoßfänger und andere Kunststoffteile direkt der Lackierung zugeführt werden können. Durch die Flexibilität der Vakuumsauger mit der Shore-Härte 80 eignen sie sich für die Entnahme größerer Kunststoffteile aus Kernen, die unter 100 Grad Celsius gekühlt sind. Für die Rückverfolgbarkeit ist jeder Sauger mit Typenbezeichnung und Fertigungsdatum gekennzeichnet.    pb

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