Flexible Zuführsysteme

Module mit Schwung

Flexibel zuführen? Schwingplattform und Linearmotormodule! Afag baut Produktpalette und Kompetenz im Bereich der flexiblen Zuführsysteme gezielt aus und ergänzt damit reproduzierbare, CAD/CAM- und Vibrationsförderer- basierte Lösungen.

Schwingplattform als flexibles Zuführsystem. (Foto: Afag)

Basis der flexiblen Zuführlösung sind die Schwingplattformen von Afag und die Linearmotormodule von eps. Schwingplattformen und integrierte Steuerungstechnik bilden die Grundkomponenten, die mit den Funktionen Bunkern, Bewegen und Bereitstellen sowie Erkennen und Handhaben erweitert werden. Bei der Funktion Handhaben setzen die Afag-Spezialisten auf hauseigene Lösungen mit Linearmotormodulen, elektrischen Rotationsmodulen sowie wahlweise pneumatischen oder elektrischen Greifern. Die neue Generation der elektrischen Module überzeugt durch Linearmotor-Antriebstechnik sowie durch das bewährte Montagebohrbild.

Funktionsweise
Die Funktionsweise des flexiblen Afag Zuführsystems ergibt sich aus folgenden Arbeitsschritten: teilgeordnete Präsentation des Förderguts auf der entsprechenden Schwingplattform; Lageerkennung durch das Visionssystem; Pick & Place durch das kartesische Achssystem; Kommunikation der Teilsysteme; Bereitstellung des Förderguts und Informationen an nachfolgende Prozesse.

Die Antriebsbaugruppe der Schwingplattform wird durch eine übergeordnete PC-Steuerung dergestalt angeregt, dass sich das entstandene Haufwerk gleichmäßig auf der Fördergutplatte verteilt, um die abholbereiten Teile dem Visionssystem bestmöglich präsentieren zu können. Die Schwingbaugruppe wird mittels einer modulierten Ansteuerung der Aktoren in Resonanz versetzt. Durch die gezielte Modulation von Intensität und Frequenz sind die Werkstücke auf unterschiedliche Art und Weise zu beeinflussen. Aufgrund des innovativen Anregungskonzeptes kann die Verteilung des Fördergutes in beliebige zweidimensionale Richtungen in der horizontalen X-Y-Förderebene sowie vertikal als sogenanntes „Flippen“ in Z-Richtung erfolgen, um ein ideales Ergebnis für die nachfolgenden Arbeitsschritte zu gewährleisten. Zur Lageerkennung abholbereiter Teile nutzt Afag qualitativ herausragende Smart-Kameras. Sie bieten hier den entscheidenden Vorteil, dass die Bildverarbeitungsprogramme direkt – also ohne zusätzlichen Rechner – gespeichert und verarbeitet werden können. Zur Weiterverarbeitung gelangen die Daten dadurch direkt von der Kamera an die übergeordnete Steuerung des Systems.

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Schwingplattformen mit Beleuchtung
Die Kameras der verwendeten Insight-Baureihe bieten sowohl hohe Bildaufnahmeraten von bis zu 60 fps als auch hohe Auflösungen bis 2.448 mal 2.048 Pixel. Um ein möglichst gutes – also kontrastreiches – Bild für die Kamera zu erhalten, lassen sich die Schwingplattformen sowohl mit als auch ohne integrierte Durchlichtbeleuchtung ausrüsten. Je nach Anwendungsfall wird dadurch die optimale Beleuchtung von Afag bereitgestellt. Abgesehen von solchen „Durchlichtbeleuchtungen“ sind auch eine Vielzahl anderer Beleuchtungsszenarien umsetzbar, zum Beispiel Auflicht, Dombeleuchtung oder Dunkelfeld.

Durch das kartesische eps-Achssystem wird das flexible Afag-Zuführsystem um eine wichtige Komponente ergänzt. Die Handlingsysteme von eps zeichnen sich durch kurze Taktzeiten und Verschleißfreiheit sowie hohe Dynamik und Flexibilität aus. Position, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Kraft sind dabei ohne Genauigkeitsverluste frei programmierbar, weshalb sich eps-Achssysteme als ideale Lösungs-Bausteine anbieten. Die Kommunikation der Subsysteme Schwingplattform (Profibus), Smart-Kamera (Profinet) und des eps-Achssystems (Ethercat) findet mittels der übergeordneten Steuerung und den dort integrierten Umsetzern statt. Die übergeordneten Bereitschaftssignale werden den nachfolgenden Prozessen per Ethernet bereitgestellt. Mit diesem Konzept wird ein hohes Maß an Kompatibilität mit Kommunikationsstandards sowie hohe Datenverarbeitungsgeschwindigkeiten erreicht. Daher ist der gesamte Zuführ-, Erkennungs- und Bereitstellungsprozess äußerst robust und effizient.

Afag- und eps-Module jetzt durchgängig
Zwei Jahre nach dem Zusammenschluss haben Afag und eps die Produktpalette vollständig auf das bewährte Afag-Design und Bohrbild angepasst. Somit stehen dem Konstrukteur neben den bekannten pneumatischen- und elektrischen Modulen und Greifern von Afag nun auch die hochdynamischen Linearmotormodule und Rotationsachsen von eps als durchgängiger Baukasten zur Verfügung. Die Kombination der Module erfolgt durch das gemeinsame Montagebohrbild überwiegend ohne Adapterplatten, exakt reproduzierbar durch die bewährten Zentrierhülsen. Die Linearmotormodule sind für eine maximale Steifigkeit bei minimalem Gewicht ausgelegt sowie hinsichtlich thermischer Abstrahlung optimiert.

Die Handlingmodule mit Hüben von 50 bis 1.800 Millimeter und Spitzenkräften von 67 bis 1.000 Newton bieten zusammen mit pneumatischen und elektrischen Drehmodulen und Greifern die Basis der neuen Handlingsysteme von eps auf dem Partserver. Mit dem Handlingkonfigurator können Kunden in wenigen Minuten die für Ihre Anwendung geeignete Lösung aus den Basissystemen in den drei Baugrößen mini, midi und maxi konfigurieren und nach dem Download – ohne lästige Wartezeiten – in allen gängigen CAD-Formaten sofort in die eigene Konstruktion einbinden. Beratung in Anwendung und Auslegung sowie kurzfristige Angebote inklusive Leistungsberechnung und Taktzeitgarantie bieten eine solide Basis für schnelle und sichere Automationslösungen. Auf Wunsch werden auch die CAD-Modelle von eps konfiguriert und den Kunden als CAD-Files zur Verfügung gestellt. Weitere Leistungen wie kundenspezifische Anpassungen der Standardsysteme sind selbstverständlich. Der hohe Grad der Standardisierung nützt Kunden und Hersteller gleichermaßen. Die schnelle industrielle Fertigung der kundenspezifischen Systeme bietet dem Kunden bewährte und erprobte Systeme und kurze Lieferzeiten.

Afag/pb

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