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Artikel und Hintergründe zum Thema

Hebehilfen-Programm aus Steinheim

„Porsche oder Gummibärchen“

Binar-Süd-Chef Stefan Hafner hat mit dem Hebehilfen-Programm aus Steinheim viel vor. Erst die Insolvenz, dann zwei rasche Inhaberwechsel: Bei der ehemaligen Schmidt-Handling aus der Nähe von Ludwigsburg hofft man auf ruhigere Zeiten durch die Zugehörigkeit zu Binar.

Stefan Hafner führt seit Jahresbeginn den Handhabungsanbieter Binar Handling und Binar Handling Süd als Teil der Binar-Gruppe. (Foto: Waßmann)

Der neue Geschäftsführer Stefan Hafner möchte aber auch den Markt aufmischen und drängt mit neuen Hebelösungen nach vorne. Bernd Waßman führte ein Interview.

Herr Hafner, der schwedische Konzern Binar wird in Deutschland durch die Sektoren "Handling" und "Protect" vertreten. Wo steckt der innere Zusammenhalt dieser beiden Sektoren?
Binar hat zu der bereits vorhandenen Binar Protect, die sich mit Sicherheit und Vernetzung von Fertigungsprozessen beschäftigt, im Jahr 2012 zwei weitere Unternehmen aufgekauft. Die Gemeinsamkeit ist im Kundenkreis zu sehen. Das sind vorrangig die Automobilbranche und deren Zulieferer, aber auch zunehmend andere Branchen.

Wer steht denn hier für was, und für was steht Binar?
Binar als schwedisches Unternehmen ist Teil der Pomona-Gruppen AB, einer großen, schwedischen Industriegruppe. Hier in Deutschland ist Binar mit den drei genannten Unternehmen vertreten. Im Grunde verkaufen die beiden Handling-Unternehmen in Staufenberg bei Kassel und in Steinheim bei Ludwigsburg das gleiche Produkt, nämlich Handhabungstechnik in Form von Quick-Lift-Systemen aus Schweden. An den beiden Standorten wird dann ggf. mit eigener Konstruktion und Fertigung das System auf kundenspezifische Ansprüche hin mit Greifmitteln komplettiert.

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Damit stehen Sie in Steinheim im Wettbewerb mit Staufenberg?
Im Wesentlichen decken wir unterschiedliche geographische Bereiche ab - also aus der Region Kassel den nördlichen und aus Steinheim den südlichen Teil. Zusätzlich lässt sich feststellen, dass Binar Süd die komplexen Lösungen betreut. Schmidt-Handling war ja dafür bekannt, dass es Systeme liefern konnte, an denen sich andere die Zähne ausbissen. Diese Kompetenz werden wir weiter nutzen. Damit sind wir auch deutschlandweit aktiv.

Das Angebot der Produkte ist somit identisch?
Das ist grundsätzlich richtig; jedoch können wir aus Steinheim zusätzlich auch hochkomplexe Greifertechnologie liefern.

Sie sind zu Jahresbeginn zum Unternehmen gestoßen, gelten aber als exzellenter Marktkenner. Wo steht Binar Süd jetzt, und wo wollen Sie mit dem Unternehmen hin?
Wir sind aktuell im deutschen Markt bekannt, aber noch nicht so, wie wir uns das wünschen. Zwar erreichen wir eine gute Marktdurchdringung - aber die Verkaufszahlen könnten noch besser sein. Wir sehen uns an Position zwei oder drei im Markt. Unser Ziel ist ganz klar, die Nummer eins zu werden.

Welche Branchen wollen Sie ansprechen?
Nach wie vor Automotive - aber letztendlich können wir vom Gummibärchen bis zum Porsche Anwendungen für Jeden bieten. Ich sehe Chancen in jedem Betrieb, der den demographischen Wandel in Deutschland erkennt und auf die Belastung seiner Mitarbeiter achtet. Vor 30 bis 40 Jahren hat sich niemand darum gekümmert, ob jemand 30, 40, 50 Kilogramm heben muss. Das ist heute anders.

Wie wird Binar speziell den Ansprüchen der älteren Arbeitnehmer gerecht?
Jeder, der ein Gerät zum Heben und Senken anbietet, unterstützt die Bedürfnisse und Leistungsfähigkeit seiner Mitarbeiter, gerade auch die älterer und leistungsgewandelter Mitarbeiter. Da unterscheiden wir uns im Grunde nicht vom Wettbewerb. Unser Vorteil: Binar-Geräte sind intuitiv und sicher zu bedienen. Sicherheit steht bei uns im Fokus. Wir haben eine Zusammenarbeit mit den Berufsgenossenschaften initiiert, um den Sicherheitsaspekt noch weiter in den Vordergrund zu rücken. Hier sehen wir Binar als Vorreiter.

Nennen Sie uns Gründe, warum Binar bei der Auswahl ganz vorn stehen sollte.
Aus meiner Sicht hat Binar das beste Produkt. Es gibt technische Vorteile, die einen direkten Kundennutzen darstellen. Binar ist zudem ein sehr dynamisches Unternehmen. Die Entwicklungen dort stellen alle den Kundennutzen in den Vordergrund. Sie bekommen für gleiches Geld immer mehr Features und Leistung.

Was stand für Binar auf der Logimat 2014 im Mittelpunkt?
Das prägende Thema ist für uns eine neue Gerätegeneration des Quick-Lifts, die eine Reihe von Neuigkeiten bringt, beispielsweise standardmäßig eine pneumatische und elektrische Drehdurchführung. Wir können damit alle Produkte, die unterhalb des Bediengriffs sitzen, endlos drehen. Zusätzlich gibt es einen neu entwickelten Steuerkopf. Hier können wir verschiedene Funktionen anbieten, die der Wettbewerb nicht darstellen kann.

Die Produktion befindet sich in einer Phase der Automation. Wie lassen sich in diese Abläufe manuell bewegte Handhabungsgeräte integrieren?
Wir bewegen uns in einer Nische zwischen der händischen Arbeit und der vollautomatisierten. Die Befürchtung, dass unsere Geräte durch Automatisierung abgelöst werden könnten, bewahrheitet sich jedoch nicht. Wir stellen fest, dass die Gesamtbranche eher wächst, denn zahlreiche manuelle Tätigkeiten lassen sich einfach nicht automatisieren.

Das klingt zuversichtlich.
Wir blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft und rechnen mit weiterem Marktwachstum. Die Nachfrage nach unseren Produkten wächst stetig. Auf der Automatica 2014 in München werden wir ein weiteres Mal unsere neue Hebehilfe QL A 90 präsentieren.  bw

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