30 Jahre Vakuumtechnologie in Glatten

„Wir hören gut zu“

1984 übernahm Dr. Kurt Schmalz die Geschäftsleitung von Schmalz in Glatten und initiierte die Spezialisierung auf die Vakuumtechnologie. 1990 kam sein Bruder Wolfgang Schmalz ebenfalls leitend hinzu. Das Unternehmen wächst und ist führend im Bereich der Vakuum-Handhabungstechnik. handling-Chefredakteurin Petra Born war zum Gespräch im Schwarzwald.

Herr Dr. Schmalz, was war für Sie vor 30 Jahren der ausschlaggebende Punkt dafür, Handhabungs- und Spannsysteme mit Vakuumtechnologie einzuführen?


Unser Großvater hatte sich hier am Ort mit der Rasierklingenproduktion selbständig gemacht, aus einer Enttäuschung heraus, weil er eine zugesagte Prämie von dem Unternehmen, bei dem er zuvor angestellt war, nicht erhalten hatte. Mit den Rasierklingen hatte er Erfolg. Unser Vater hat dann aber nach dem Krieg festgestellt, dass die Nassrasur aus der Mode kommt, und er suchte sich ein zukunftssicheres Produkt – Anhänger und Transportgeräte. 1984 war mir bewusst, dass wir Produkte mit einem höheren technischen Anspruch brauchen, außerdem gab es starken Wettbewerb. Der Zufall wollte es, dass ein Schreiner, ein Kunde von uns, eine Möglichkeit suchte, eine Türfüllung festzuhalten und zu handhaben, ohne sie zu klemmen. Wir lieferten einen Bearbeitungstisch mit einem druckluftbetriebenen Vakuumerzeuger. Das war der Anfang unseres Kerngeschäfts.

Draußen wird gebaut, Schmalz wächst. Wo liegt für Sie das Wachstum jetzt und in der Zukunft?

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In allen Geschäftsbereichen wachsen wir – beispielsweise bei der Automation mit unseren Komponenten und Greifsystemen, hier werden Faserverbundsysteme ein Zukunftsthema sein. Zum anderen auch im Bereich manuelle Handhabung, wo wir Arbeitsplätze humanisieren und Handhabungshilfen anbieten. Wir sehen weiteres Potenzial in den Industriezweigen Windkraft, Verpackung, Logistik sowie in der Batterie- und Automobilproduktion. In diversen Branchen geht es insgesamt um mehr Automatisierung, Ausfallsicherheit der Systeme und Energieeinsparung sowie um die Vereinfachung und Erleichterung von Prozessen und belastenden Arbeiten.


Die Trendthemen Ergonomie und demografischer Wandel kommen Ihnen zupass!


Ja, ein Innovationsthema für uns ist es sicher, Produkte zu entwickeln, die speziell Menschen in höherem Alter arbeitsfähig erhalten, vor allem bei körperlich belastenden Arbeiten, also beim Heben und Handhaben von Werkstücken. Hier machen wir uns Gedanken darüber, neue und nützliche Produkte zu entwickeln.

Woher holen Sie sich Inspiration für neue Entwicklungen?


Durch Zuhören beim Kunden. So war es von Anfang an. Wir hören gut zu, wir schauen hin und erörtern mit unseren Kunden, wo der Bedarf ist. So war es auch zum Beispiel 1990, als Deutschlands größter Marktplatz in Freudenstadt belegt wurde und der Unternehmer terminliche Schwierigkeiten bekommen hatte. Es waren 50 Kilogramm schwere Pflastersteine zu handhaben, was viel Zeit beanspruchte. Im Gespräch mit uns ergab sich dann eine Lösung – so sind wir zu dem Jumbo-Mobil gekommen, einer mobilen Verlegeeinheit für Betonsteine.

Es war zu erfahren, dass Schmalz schon in den früher 60-er Jahren dringend Fachkräfte suchte – und auch aktuell sind Mitarbeiter in Glatten sehr willkommen. Wie machen Sie auf sich aufmerksam?

Wir pflegen enge Kooperationen mit Schulen, Hochschulen und Forschungsinstituten und haben hier ein stabiles Netzwerk aufgebaut. Wir vergeben Bachelor- und Masterarbeiten mit Themen aus unserem Haus. Außerdem formulieren wir regelmäßig Aufgabenstellungen an Hochschulen im Bereich der Forschung und beauftragen Institute bundesweit. Hinzu kommt, dass es sehr gute Partnerschaften bei Forschungsverbundprojekten gibt, bei denen wir sowohl unseren Forschungsanteil als auch Material beitragen. Wir beteiligen uns bei Karrieremessen, um uns als Arbeitgeber zu präsentieren, sind außerdem durch Vorlesungen an der Hochschule präsent und unternehmen unterschiedliche Exkursionen mit Hochschul- gruppen.

Ohne Zweifel ist Glatten ein wunderschöner Ort. Aber können Sie junge Mitarbeiter auch zum Umzug in den Schwarzwald bewegen?


Ja, weil es interessant ist, bei Schmalz zu arbeiten. Wir bieten ganz bewusst Leistungen zur Mitarbeitergewinnung und -bindung an, die ihresgleichen suchen. Diese Leistungen beziehen sich auf alle Lebensfelder der Mitarbeitenden und bieten Unterstützung in allen Bereichen. Flexible Arbeitszeitmodelle, Kinderferienprogramm, Kleinkinderbetreuung, moderne Arbeitsplätze, Gesundheitsprämie, Sport- und Freizeitangebote, Weiterbildung, Gewinnbeteiligung – das sind nur ein paar Stichworte aus unserem umfangreichen Leistungskatalog. Unsere Mitarbeiter stehen bei uns im Vordergrund!

Sie leben und arbeiten bei Schmalz in der dritten Generation – steht die vierte Generation schon parat?


Mein Bruder und ich werden noch einige Jahre zur Verfügung stehen, aber natürlich arbeiten wir professionell an der Zukunft. Auf jeden Fall wird Schmalz ein Familienunternehmen bleiben. Wir führen sowohl eine Unternehmensstrategie als auch eine Familienstrategie, um unser Unternehmen abzusichern. Die Kultur unseres Hauses und der Geist, der hier herrscht, wird Bestand haben.

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