SPZ Forklift

Für die sauren Gelüste…

Vakuum-Lagengreifsystem SPZ Forklift in der Lebensmittelindustrie. Bei Develey Senf & Feinkost herrscht während der Gurkensaison im Werk Pfarrkirchen Hochbetrieb. 200 bis 250 Tonnen Essiggurken werden dann täglich verarbeitet, palettiert und verschickt. Das Handling der Gläser übernimmt das Vakuum-Lagengreifsystem SPZ Forklift von Schmalz in Verbindung mit einem Hubwagen.

Mit dem Vakuum-Lagengreifsystem SPZ Forklift werden lagenweise Gläser oder auch Dosen aus dem Produktionsprozess genommen. Eine Lage umfasst 144 Gläser. Die Dichtplatte des SPZ Forklift passt sich durch einen flexiblen Schaum an die Gläser an. (Foto: Schmalz)

In einem kleinen Laden in der Kaufingerstraße in München gründete Johann Conrad Develey 1845 seine Senfmanufaktur, in der er zunächst Senfsorten nach französischer Art herstellte. 1854 erfand er den süßen Senf – die Initialzündung für einen außergewöhnlichen Unternehmenserfolg. Heute zählen neben einem großen Angebot an Senfen und Konserven auch Saucen zum Grillen und Dippen, verschiedene Dressing-Sorten sowie Ketchups zum Sortiment des international aktiven Traditionsunternehmens. In der Gurken-Hauptsaison von Juni bis September arbeiten bis zu 130 Mitarbeiter im Werk Pfarrkirchen. Dort werden dann ausschließlich Essiggurken hergestellt – außerhalb der Saison sind auch andere Dauerkonserven in Gläsern oder Dosen wie Paprika, Silberzwiebeln, Rote Beete oder Mixed Pickles in der Bearbeitung. Rund 10.000 Gläser werden von den Produktionslinien pro Stunde befüllt, pro Tag sind es etwa 500.000.

Nach Anlieferung werden die Gurken gewaschen, sortiert und in zuvor gereinigte Gläser gefüllt – je nach Kundenwunsch mit der entsprechenden Gewürzdosierung. Nach dem Wiegen werden die Gläser mit einem Deckel verschlossen, die Ware wird vakuumiert und pasteurisiert. Die Konserven erhalten ihre Etiketten, und Förderbänder transportieren sie zum Palettierer. Anschließend gehen die Gurken ins Lager oder direkt in den Versand. Es kann allerdings auch zu Produktionsunterbrechungen kommen – dann muss die Ware kurzzeitig aus dem Prozess genommen werden. Beispielsweise dann, wenn in der Hauptsaison große Mengen produziert werden und der Verpackungsprozess am Ende der Linie entlastet werden muss, oder wenn eine Materialfluss-Komponente wie die Etikettiermaschine ausfällt. In solchen Fällen werden Gläser auf sogenannte Stautische ausgeleitet, um Staus in der laufenden Produktion zu vermeiden.

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Flexibel im Produktionsbereich einsetzbar
Ursprünglich entnahmen die Mitarbeiter die Gläser von den Stautischen und lagerten sie per Hand um. Was aber in der Hauptsaison fast nicht zu schaffen war – ein obendrein umständliches und gesundheitsschädliches Unterfangen. Denn neben Gurkengläsern wurden auch Dosen mit einem Gewicht von zehn Kilogramm umgeschichtet – das ging auf den Rücken der Mitarbeiter. Um Abhilfe zu schaffen, setzte Develey zunächst eine Magnetplatte ein, die fix an einer Maschine befestigt war und die Gläser-Lagen aufnahm. Aber diese Lösung erwies sich als unflexibel, langsam und unzuverlässig. Das Lebensmittelunternehmen kam auf das anschlussfertige Vakuum-Lagengreifsystem SPZ Forklift von Schmalz : Die praxiserprobte Lösung kommt in Verbindung mit einem Gabelstapler oder wie bei Develey mit einem Hubwagen zum Einsatz. Flexibilität, Mobilität und Zuverlässigkeit waren die Hauptaspekte. Der Hubwagen nimmt das kompakte System über einen Befestigungsschuh für die Gabelzinken auf. Fixiert wird es sicher mit einer Verriegelung. Damit ist der SPZ Forklift in der gesamten Produktionshalle flexibel einsetzbar. Für das Handling von Dosen und Gläsern ist das Lagengreifsystem mit einer Dichtplatte aus flexiblem Schaum ausgestattet, die sich optimal an die Kontur der Ware anpasst.

Nach Ablage auf dem Stautisch gelangen die Gläser wieder zurück in den Fertigungsprozess. (Foto: Schmalz)

Wenn bei Develey Gläser oder Dosen auf dem Stautisch landen, werden sie zunächst in eine Schablone mit den Abmessungen des Greifers geleitet. Anschließend fährt der am Hubwagen befestigte Greifer an den Stautisch heran. Die leere Palette befindet sich unter dem Stautisch, während der Greifer die erste Lage vom Stautisch abnimmt. Anschließend fährt der Hubwagen zurück, und die Gläser werden auf die Palette abgestellt. Eine Lage umfasst 144 Gläser mit je einem Kilogramm Gewicht. Der Vorgang wird solange wiederholt, bis die Palette voll ist und zwischengelagert werden kann. Der Hubwagen bewegt sich lediglich vor und zurück, weil der Stautisch die erforderliche Höhe von rund 1,60 Metern hat und der Tisch unterfahren werden kann. Vorher war das nicht möglich, weil der Tisch niedriger war. Der Hubwagen musste samt SPZ Forklift zusätzliche Lenkbewegungen pro Hubeinheit absolvieren. Develey hat die Bauhöhe deshalb entsprechend verändert und damit den Prozess noch einmal verbessert. Bei Rückführung der Ware auf die Produktionslinie läuft der gesamte Vorgang in umgekehrter Reihenfolge ab.

Prozess verbessert…
Seit Einführung des Vakuum-Lagengreifsystems SPZ Forklift haben sich die Prozesse bei Develey deutlich vereinfacht. Das System greift die Lagen prozesssicher und transportiert sie schnell und flexibel an jeden gewünschten Ort im Werk. Die integrierte Ventiltechnik ermöglicht ein schnelles Ansaugen der Lagen und damit kurze Zykluszeiten. Diese Lösung kann an verschiedenen Hubtischen eingesetzt werden. Strom erhält der SPZ Forklift über eine Anschlussleitung mit Cekon-Stecker 400 Volt AC. Das Lagengreifsystem lässt sich in diesem Werk auch in anderen Bereichen einsetzen – etwa beim Endpalettieren von Leergläsern für andere Lebensmittelprodukte.

…und Gesundheit geschont
Neben Verbesserungen im Produktionsprozess hat der SPZ Forklift auch die Qualität der Arbeitsplätze angehoben. Das mühsame und körperlich belastende Umräumen der Gläser und Dosen von Hand gehört der Vergangenheit an. Die von Schmalz realisierte Lösung hat nicht nur das Unternehmen, sondern auch die örtliche Berufsgenossenschaft beeindruckt: Für aktives Gesundheitsmanagement am Arbeitsplatz erhielt Develey einen Präventionspreis.       pb

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