Digitalisierung

Komfortabler konstruieren

Digitalisierungsoffensive für Handlingsysteme. Schunk will den Konstruktions- und Inbetriebnahmeprozess von Handhabungssystemen spürbar verkürzen. Hierzu sind unterschiedliche Tools miteinander verzahnt.

Konfiguratoren und intelligente 3D-CAD-Modelle ermöglichen Anlagenbauern und Systemintegratoren eine Zeitersparnis und minimieren das Fehlerrisiko bei der Planung und Konstruktion von Handlingsystemen. © Schunk

Neben dem Greiferkatalog von Schunk wird ein Auslegungs- und Auswahltool mit intelligenten Suchfunktionen und Algorithmen den Engineeringprozess ab sofort deutlich vereinfachen. Wenige Angaben zum Greifertyp, dem Werkstück und der Greifsituation genügen – schon wirft das Online-Tool die passenden Module aus dem Greifkomponentenprogramm aus. Dabei bleibt der Konstrukteur jederzeit Herr der Lage, verspricht Schunk: Zu jedem Greifer auf der Trefferliste werden automatisch technische Informationen, Zeichnungen, Bilder und ergänzende Dokumente angeboten, sodass ein schneller und fundierter Vergleich möglich ist. Zusätzlich erhält der Nutzer individuell ermittelte Angaben zum jeweiligen Auslastungsgrad und Auslastungsgrund. So kann die hohe Leistungsfähigkeit der einzelnen Greifer ausgeschöpft und eine kostspielige Überdimensionierung vermieden werden.

Das Tool beschleunigt den Berechnungs- und Auslegungsprozess und unterstützt den Bediener mit zusätzlichem Know-how. Intelligente Logarithmen ermöglichen eine zielgerichtete Vorauswahl, bei der auch solche Komponenten berücksichtigt werden, die der Konstrukteur und Anlagenplaner möglicherweise nicht präsent hat. Über eine nahtlose Verknüpfung zum Schunk-Shop können die gewünschten Komponenten unmittelbar online bestellt werden, ohne dass Medienbrüche entstehen. Im Hinblick auf neue Baureihen oder Baugrößen ist das Tool eine Hilfe für Konstrukteure, um up to date zu bleiben. Mit ihm ist sichergestellt, dass Auslegungen stets auf der aktuellen Grundlage erfolgen, lange bevor der nächste Greifer-Katalog gedruckt und gesichtet ist. Über eine Speicherung der Trefferliste und der entsprechenden Angaben ist eine lückenlose Dokumentation und Archivierung der Auslegung sichergestellt. Zudem sind Nachberechnungen bei veränderten Parametern möglich. Auch für Folgeprojekte lassen sich die Daten jederzeit aufrufen. Das intuitiv bedienbare, HTML-basierte Tool, das unter http://www.schunk.com bereitgestellt wird, berücksichtigt rund 2.550 Greifer und ist auf allen gängigen Browsern nutzbar.

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Schunk verfolgt das Ziel, bei der Auslegung und Auswahl von Greifsystemen Zeit und Kosten zu sparen sowie Sicherheit bei der Auslegung zu gewinnen. Hinzu kommt mehr Transparenz gegenüber dem Kunden. Denn künftig sei es möglich, nachzuweisen und zu dokumentieren, auf welcher Grundlage die Auslegung erfolgt ist: Welche Parameter zugrunde gelegt wurden und wie die Berechnungsergebnisse aussahen ist sofort ersichtlich. Sollte es zu Ausfällen kommen, lässt sich jederzeit nachvollziehen, ob die Auslegung korrekt war oder ob beispielsweise nachträglich Werkstückgewichte, Prozessparameter oder sonstige Einflussfaktoren verändert wurden.“ Vor allem aber stünde bei den digitalen Tools die Simplifizierung des Engineeringprozesses im Vordergrund.

Die Idee der konsequenten Vereinfachung kommt besonders bei den beiden Konfiguratoren für Greif-Schwenkeinheiten und für die Montageautomation zum Tragen. Beide basieren auf der E-Catalog-Solutions-Technologie von Cadenas. Wenige Klicks unter schunk.partcommunity.com genügen, um mit dem Konfigurator komplette Baugruppen aus Schwenkmodulen, Greifern, Sensoren und vollständig standardisierten Adapterplatten zu konfigurieren. Anschließend können die Einheiten in 3D-Vorschau geprüft, bei Bedarf angepasst und schließlich in allen gängigen CAD-Formaten (wahlweise 2D oder 3D) oder als 3D-PDF heruntergeladen werden. Eine intelligente Kombinationslogik stellt sicher, dass nur realisierbare Konfigurationen angezeigt werden. Die individuell generierten Stücklisten umfassen neben den Greifsystemkomponenten alle erforderlichen Normteile und Verbindungselemente, etwa Adapterplatten.

Ebenso einfach funktioniert der Konfigurator für die modulare Montageautomation: Mit ihm lassen sich komplette Pick-and-Place-Aufbauten intuitiv konfigurieren und das System als Assembly herunterladen. Um den Prozess zu beschleunigen, können Anwender zunächst aus vier grundlegenden Pick-and-Place-Aufbauvarianten wählen und diese dann individuell ausgestalten. Das Tool umfasst die wichtigsten Greifer, Drehmodule, Linearmodule und das komplette Säulenaufbausystem aus dem mit mehr als 10.000 Kombinationsmöglichkeiten umfassenden Modulprogramm für die Hochleistungsmontage.

Alle Greifsystemkomponenten aus dem Katalogprogramm von Schunk stehen ab sofort als „Smart Parts“ zur Verfügung. Die D-CAD-Modelle umfassen zusätzlich zu den Geometriedaten technische Katalogdaten und Produkteigenschaften. Spezifische Optionen und Anbauteile wie Anbausätze für Sensoren, Staubschutz- oder Dichtheitsvarianten sowie die Sensoren selbst können unmittelbar am Modell ausgewählt und konfiguriert werden. Zudem sind Verlinkungen zu Datenblättern, Bedienungsanleitungen und Direktlinks zur Website enthalten, wo weitere Informationen zur Verfügung stehen. Noch ein Service kommt hinzu: Interessenten können im 3D-Printservice von Schunk selbstkonstruierte Greifsystem- und Spanntechnikkomponenten zur additiven Fertigung in Auftrag geben. pb

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