Automationsmodule

Ohne Salat, bitte!

Module mit gemeinsamen Luftanschlussstellen
Mikrogreifer mit Dreh- und Linearmodul samt gemeinsamem Luftanschluss.
Fast 30 Jahre Erfahrung im Fachgebiet Automation waren nötig, um endlich ein System zu entwickeln, das keine Konkurrenz fürchten muss, sagt Paul Udvari aus dem schweizerischen Neuheim. Er habe „die kleinsten Automationselemente der Welt“ entwickelt.

Der Ingenieur, der nach eigenen Angaben weit mehr als 1.000 Automaten entwickelt hat, stellt acht Greifer-, sechs Linear- sowie sechs Rotations-Module im Sechs-Millimeter-Raster vor, die fast ohne störende Luftschläuche auskommen. Ziel der Entwicklung waren Automationsmodule, die wenig Platz benötigen und ohne Schlauchsalat funktionieren.

Für die Konstrukteure problematisch sind stets die schnellen Bewegungen bei Montageautomaten, da bei großen Fertigungs-Stückzahlen auch Zehntelsekunden in der Taktzeit eine große Rolle spielen. Nun ist es gelungen, die Luftverbindungs-Probleme derart zu lösen, dass zum Beispiel drei Elemente – Greifer-, Linear- und Rotationsmodul – nur noch eine zentrale Anschlussstelle benötigen. Diese Lösung bringt Vorteile: Bewegungen und Beschleunigungen können viel schneller stattfinden, weil so nur eine kleinere Masse zu bewegen ist. Zudem ist weniger Platz erforderlich, weil die Luftverbindungen nur teils mitbewegt werden müssen. Die Gesamtmasse der zu bewegenden Elemente ist geringer als bisher. Schließlich ist mit einem solchen System die Fehleranfälligkeit kleiner, da es weniger potenzielle Leckstellen gibt.

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Insgesamt benötigen die Module nur noch ein Drittel der Schläuche im Vergleich zu bisherigen Lösungen. Daraus ergibt sich, dass Schlauchwechsel seltener erforderlich sind. Die Stationen werden übersichtlicher und deutlich besser bedienbar, eventuelle Fehler sind leichter erkennbar. Das erhöht die Prozesszuverlässigkeit. Schnellanschlusssysteme reduzieren die Montage- und Einstellzeiten. Auch Verwechslungen seien durch diese Lösung deutlich reduziert, meint der Entwickler, der auch den 50 Prozent geringeren Luftbedarf hervorhebt: „Air is money“.

Aber einen Haken gibt es noch: Derzeit seien noch keine derart kleinen Sensoren verfügbar, mit denen bei den Greifern eine Quittierung möglich ist, gibt Paul Udvari zu bedenken. Hier könne man noch Anpassungen vornehmen. Die vorgestellte Lösung mache Anlagen für kleine zu montie- rende Produkte rund zehn bis 15 Prozent günstiger; auch die Herstellzeit würde deutlich verkürzt. Nicht zuletzt die Servicefachleute dürften für die neue Lösung dankbar sein, weil sie bei Reparatur- und Servicearbeiten besseren Zugang zu den Einzelteilen haben. pb

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