Solardachmontage

Oben alles dicht?

Die Montage von Dachsolarsystemen darf die Dichtigkeit nicht gefährden. Die Stromgestehungskosten von Photovoltaikanlagen erreichen mit weniger als zehn Cent pro Kilowattstunde bei weitem nicht die aktuellen Tagesstrompreisen von 13 bis 18 Cent. Das macht Anlagen auf dem Fabrikdach attraktiv. Sunova prüft nicht nur Statik und Abdichtung, sondern koordinierte als Generalunternehmer auch den Aufbau und lieferte ein durchdringungsfreies Befestigungssystem.

Das Sortiment der Weindirektvertriebsgruppe WIV Wein ist breit gefächert, von Weinen aus dem Familienweingut Ferdinand Pieroth in Burg Layen über Burgunder und Barolo bis hin zu Weinen aus allen bekannten Weinbaugebieten der Welt. Über 540 Millionen Euro setzte die Gesellschaft allein 2012 um. Der große Hallenkomplex der WIV wird vornehmlich für die Abfüllung und als Lager genutzt, weshalb hier auch große Kühlsysteme durchgehend im Einsatz sind. Da zudem aus Gründen der Klimatisierung zur Beleuchtung kein Tageslicht genutzt werden kann, fällt der Stromverbrauch entsprechend hoch aus. Ein Experte empfahl unter anderem, eine Photovoltaikanlage zu installieren und den erzeugten Strom selbst zu nutzen. Oberste Priorität hatte dabei für den Bauherrn WIV, dass die Folienabdichtung seiner erst zwei Jahre zuvor aufwändig sanierten Dachflächen keinen Schaden nimmt. Wärmegedämmte Flachdachabdichtungen sind wesentlich empfindlicher als typische Hartdeckungen, etwa Ziegeldächer; schon ein falscher Schritt kann den Dämmstoff komprimieren und eine Perforation der Abdichtung bewirken. Selbst geplante Dachdurchdringungen zur Befestigung der Solaranlage an der Unterkonstruktion sind potenzielle Schwachpunkte und mögliche Auslöser für Undichtigkeiten, weshalb sie möglichst vermieden werden sollten. Allerdings hätten bei einem nur lose aufliegenden Photovoltaik-System thermisch bedingte Verlagerungen oder ein Abheben durch Windsog ebenfalls zu Schäden am Dach und zu Leistungseinbußen aufgrund von Modulbrüchen oder Kabelquetschungen führen können. Die Unternehmensgruppe entschied sich daher für die dachdurchdringungsfreie Befestigungslösung von Sunova, die auf Heißluftverschweißen einer speziellen Unterkonstruktion mit der Dachhaut beruht.

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Das System basiert auf Profilhaltern aus armiertem, hoch reißfestem und alterungsbeständigem Kunststoff, die mittels Heißluftschweißung untrennbar mit der Kunststoff-Dachbahn verbunden werden. Der dafür verwendete Werkstoff wird jeweils nach dem Material der Abdichtung ausgewählt und ist in jedem Fall darauf ausgelegt, auch Temperaturen bis 80 Grad Celsius standzuhalten.

Damit es bei Windhub oder -schub nicht zu Überlastungen des Solarsystems oder der Dachbahnen kommt, wird das Gesamtsystem den Standortbedingungen entsprechend dimensioniert. Grundlage dafür sind die im Windkanal ermittelten Windbeiwerte sowie die in vereidigten Materialprüfanstalten gemessenen Zugfestigkeitswerte für die Halterungen. Die daraus abgeleiteten, zu erwartenden Windlasten werden teils durch aerodynamische Konstruktionsformen in Unterdruck umgewandelt, teils durch eine entsprechende Anzahl und Verteilung von Profilhaltern kompensiert. In die Halter sind Aluminium-Grundprofile eingeschoben, die dank breiter Lastabtragsflächen das Gewicht der Module verteilen und so die Dämmung entlasten. Darauf werden je nach individuellem Anforderungsprofil dachparallele oder aufgeständerte Solarsysteme montiert.

Seit Mitte 2012 arbeitet die Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 500 kWp auf dem Gebäude der WIV-Gruppe. Rund 83 Prozent des damit erzeugten Stroms verbraucht der Weinhändler selbst.     bw

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