Trommelmotoren für den Transport in der Fleischverarbeitung

Sauber auf das Band

Zuverlässige und präzise Transport- und Positionierprozessen beeinflussen in der Fleischverarbeitung die Anlagen-Wirtschaftlichkeit und Produktqualität. Wichtiges Kettenglied: die Fördertechnik-Antriebe. Sie müssen die Verarbeitung in Gang halten und intensive Reinigungen überstehen.

In der Fördertechnik der Fleischverarbeitung werden Trommelmotoren eingesetzt. Die Gurte der Förderer vor den Massierapparaten tragen auf der Laufseite Stollen.

Das Werther Unternehmen Schröder Maschinenbau entwickelt, konstruiert und fertigt Maschinen für das automatisierte Pökeln und Marinieren von Fisch, Schweine- und Geflügelfleisch. Das Unternehmen verbaut in den Bandförderern, die die einzelnen Apparate in den Fleisch- und Fischverarbeitungsanlagen verketten, Trommelmotoren des niederländischen Unternehmens Van der Graaf. Beim automatisierten Pökeln und Marinieren geht es vor allem um eine möglichst hohe Produktivität in Verbindung mit der Sicherung einer hohen Qualität der Produkte. Während beim traditionellen handwerklichen Pökeln die Salzlauge pro Tag nur etwa einen Zentimeter ins Fleisch diffundiert, bringen geschickt installierte Nadelinjektoren die würzige Salzlake in bester Verteilung sekundenschnell ins Fleisch beziehungsweise in den Fisch.

Vor etwa fünf Jahren sprachen der Schröder-Geschäftsführer Peter Danwerth und der Entwicklungs-Leiter Christoph Umbach mit Eberhard Schütz, Geschäftsführer Van der Graaf Deutschland, über den Einsatz von Trommelmotoren. Sie wollten ausprobieren, ob diese Motoren im ersten Schritt den Nutzen für die Anwender der Z-Förderer erhöhen können. Bereits die ersten Tests bestätigten ihre bisherigen guten Erfahrungen. Für den Antrieb der Kunststoff-Gliedergurte in den Z-Förderern, aber auch für alle anderen modularen Förderbänder, werden GV-Trommelmotoren mit aufgesetzten Kettenrädern eingesetzt. Dazu fräst Van der Graaf Nuten in den Trommelmantel. Anschließend werden Kettenräder auf den Trommelmantel gedrückt und mit Madenschrauben fixiert. Die Gurte der Förderer vor den MAX-3-Massierapparaten tragen auf der Laufseite Stollen, so dass sich das Band durch den Formschluss präzise bewegt. Je nach Einsatzfall können die auf den Mantel aufgesetzten Kettenräder auch aus Edelstahl sein. Auf diese Weise sichern die GV-Trommelmotoren eine zuverlässige und präzise Bandmitnahme.

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Alle Antriebskomponenten sind geschützt

Im Veredlungsprozess werden Rohfleisch beziehungsweise Fisch direkt auf die lebensmitteltauglichen Kunststoff-Gliedergurte zu und durch die Anlagen gefördert. Entsprechend der Hygienevorschriften sind die Anlagen samt Fördertechnik spätestens nach jeder Schicht zu reinigen und zu desinfizieren. Das heißt, alle Anlagen werden mit scharfen, zum Teil chlorhaltigen Laugen gereinigt. Selbst das Wasser von Dampfstrahl- und Hochdruckreinigungsgeräten darf nicht ins Innere der Motoren eindringen. Die Förderbänder nach den Injektoren sowie die folgenden Veredlungsanlagen müssen darüber hinaus auch den Angriffen der Salzlake widerstehen. Beim Antrieb der Förderbänder über herkömmliche Getriebemotoren wäre ein hoher Aufwand für den Schutz aller Antriebskomponenten notwendig. Gerade in solchen Fällen zeigen hochwertige Trommelmotoren ihre technische und wirtschaftliche Überlegenheit im Vergleich zu herkömmlichen Antriebslösungen.

Zum sicheren Schutz der innenliegenden Bauteile, aber auch zur Absicherung nach außen, besitzen die GV-Edelstahl-Trommelmotoren die besonders wirksame CR-Dichtung. Dabei handelt es sich um ein mehrfach wirkendes Dichtsystem, das aus einer äußeren Prallplatte, einem nachgelagerten Mehrfachlabyrinthsystem mit schleifender Teflon-Abdichtung und dem NBR-Simmering besteht, der auf einer gehärteten und geschliffenen Edelstahllaufbuchse sitzt. Diese Konstruktionsweise dient einer langen Standzeit und verhindert wirksam jedweden Ölverlust. Deshalb sind die GV-Edelstahl-Trommelmotoren praktisch für alle Bereiche der Lebensmittelindustrie geeignet. Um den Vorschriften in der Lebensmittelproduktion zu genügen, arbeiten die Trommelmotoren in den fleischveredelnden Anlagen mit entsprechend zugelassenen Ölen; erst 50.000 Arbeitsstunden steht ein Ölwechsel an.

Trommelmotor ist Antriebs- und Umlenkrolle

Im Vergleich zu herkömmlichen Antriebslösungen reduzieren sich die Antriebselemente. Die Kraftübertragung über eine Antriebskette entfällt. Der GV-Trommelmotor wird direkt als Antriebs- und Umlenkrolle eingesetzt. Das vereinfacht die Gestaltung der Fördertechnik sowie Montage und Reparatur, falls sie einmal notwendig sein sollte. Die Trommelmotoren sind mit Vierkant-Achsenden ausgestattet, was eine spielfreie Befestigung am Bandgerüst ermöglicht und damit für einen sicheren und zuverlässigen Betrieb sorgt. Die Vierkant-Achsenden lassen sich so einbauen, dass die Getriebe der VG-Trommelmotoren stets im Öl laufen. Für den Servicefall ist vorgesorgt: Dank der mit dem Trommelmantel verschraubten Enddeckel lässt sich die Demontage der Motoren einfach durchführen.

Nun hat Schröder auch GV-Trommelmotoren in die Injektoren für die Veredlung von Geflügel und Fisch eingebaut. Aufgabe war es zunächst, genau zu testen, ob inkremental gesteuerte GV-Trommelmotoren die Geflügelteile präzise unter die Nadelinjektoren positionieren können. Das angestrebte Stichbild wird durch zwei Register, die hintereinander liegen, erreicht. Das heißt, die GV-Trommelmotoren müssen nicht nur kleine und präzise Vorschübe, sondern auch noch eine hohe Schalthäufigkeit über einen langen Zeitraum realisieren. Beide Anforderungen haben die Trommelmotoren erfüllt. Im praktischen Betrieb positionieren sie die Geflügelteile auf einer fünf Meter langen Strecke innerhalb eines Toleranzbereichs von einem Millimeter. Die Schalthäufigkeit liegt bei 3.600 Schaltungen pro Stunde.

pb

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