Temperatur-Messumformer TTH300/TTF300

Intelligenter Temperatur-Messumformer

Sensortechnik aus der ABB-Forschung
… wurden die Algorithmen für die Redundanz-Umschaltung und die Drifterkennung entwickelt und getestet.
Was bisher in der kompakten Bauform eines Fühlerkopf-Messumformers mit 44 Millimeter Durchmesser nicht realisiert werden konnte, gelang ABB mit dem Temperatur-Messumformer TTH300: Signalübertragung mit Hart-Kommunikation, zwei unabhängige Pt100-Eingänge in Dreileiterschaltung sowie eine serielle Schnittstelle zum Anschluss einer lokalen Bedien- und Anzeigeeinheit. Zusätzlich gibt es die Feldgehäuseversion TTF300 in IP66/67.

Beim Temperatur-Messumformer TTH300 erfolgt die Signalübertragung in „Vier bis 20 Milliampere“-Technik mit Hart-Kommunikation. Über das Hart-Protokoll wird der Messumformer an seine Messaufgabe angepasst. Mit der Korrektur von Nullpunkt und Spanne, Freistilkennlinien sowie der Pt100 spezifischen Callendar-Van-Dusen-Funktion hält der Messumformer umfangreiche Möglichkeiten zur Fehlerkorrektur bereit. Unerwünschte Toleranzen der Sensoren werden auf einfache Weise kompensiert, so dass Genauigkeiten bis 0,1 Kelvin erreicht werden.

Bei der Anwendung von Sensoren mit zwei temperaturempfindlichen Elementen war es bisher bei Ausfall eines Elements erforderlich, die Messstelle durch manuelles Umklemmen wieder in Betrieb zu nehmen. Der TTH300 ermöglicht dagegen den direkten Anschluss zweier unabhängiger Messstellen. Bei Bedarf kann mit Hilfe des zweiten Eingangs eine Redundanzfunktion aufgebaut werden. Bei Ausfall eines Sensorelements wird dieser sicher erkannt und gemeldet sowie automatisch und stoßfrei auf das zweite Element umgeschaltet. Die Verfügbarkeit der Messstelle wird dadurch erhöht, der Prozess kann ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Die Reparatur kann beim nächsten Routineservice erfolgen.

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Messfehler sicher erkannt

Innovationen aus der ABB-Forschung stecken auch hinter der Drifterkennung des Temperatur-Messumformers. Er überprüft die Zuverlässigkeit einer Temperaturmessung im laufenden Prozess. Messfehler treten auf, wenn mechanische und thermische Überlasten die Genauigkeit eines Sensors reduzieren. Ein schleichender Anstieg des Messfehlers bleibt innerhalb der variablen Temperaturverläufe in Anlagenprozessen meist unentdeckt, kann aber fatale Folgen haben. Der TTH300 leistet hier Abhilfe: Durch den Vergleich zweier langzeitstabiler Sensorelemente in einem Messeinsatz erkennt er eine Zunahme des Messfehlers. Parallel zur eigentlichen Temperaturmessung wird die Differenz der Einzelsensoren gebildet. Arbeiten beide Sensorelemente innerhalb ihrer garantierten Genauigkeit, so ist die Differenz nahezu null. Tritt eine Drift im Sensorsystem auf, steigt die Differenz an. Bei Überschreitung einer einstellbaren Warngrenze wird der Anlagenbetreiber informiert; er kann den Zeitpunkt für die Neukalibrierung oder den Sensoraustausch planen.

Eingebaut in Thermometern der Serien SensyTemp TSP100 und TSP300 bietet sich die Möglichkeit zur lokalen Inbetriebnahme über eine aufsteckbare Bedien- und Anzeigeeinheit. Die übersichtliche Anzeige informiert über die aktuellen Messwerte sowie umfangreiche Diagnosedaten. Unerlaubte Zustände werden erkannt, Fehlmessungen also sicher vermieden. Der gleiche innovative Anzeiger befindet sich auch im Hart-Messumformer TTF300 für die Feldmontage. Der große, benutzerfreundliche Klemmblock mit komfortabler Kabelführung erleichtert den Anschluss im robusten und kompakten IP66/67-Feldgehäuse aus Aluminium oder Edelstahl. Thermometer und Feld-Messumformer bieten ebenfalls die Möglichkeit des Sensorabgleichs sowie der Redundanzumschaltung und Drifterkennung. (gm)

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