Sprachsteuerungen

Konstruktiver Dialog

Sprachautomatisierung in der Logistik
Ausgezeichnete Track&Trace-Applikation: Vorteile sind die sehr geringe Fehlerhäufigkeit, hohe Bedien-Effektivität und schnelle Erlernbarkeit dieser automatisierten Sendungsverfolgung.
Sprachdialogsysteme können zur Verbesserung von Arbeitsabläufen in der Industrie beitragen. Vor allem die natürliche Spracherkennung hat die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine in den vergangenen Jahren deutlich vorangebracht. Das Berliner Unternehmen SemanticEdge entwickelt natürlich-sprachliche Dialogsysteme für die Telekom, Logistik und den Versandhandel.

Mit der Einführung von Sprachdialogsystemen lassen sich selbst effizient gestaltete Arbeitsabläufe in der Industrie noch weiter verbessern. Beim Einsatz der Sprachtechnik für den industriellen Betrieb kristallisieren sich Potenzial für Instandhaltung, Logistik und Qualitätsmanagement heraus. Mit Hilfe von Sprachapplikationen kann der Nutzer freihändig und konzentriert seine Aufgaben erfüllen. Außerdem lassen sich Arbeitsabläufe durch sprachgestützte Prozesse straffen. Das bestätigt sich am Beispiel Distributionszentrum: Hier nehmen führerlose Fahrzeuge, die von einem Leitsystem durch das Lager gesteuert werden, und ein sprachgesteuertes Kommissioniersystem den Mitarbeitern beim Zusammenstellen von Aufträgen zeitraubende Nebentätigkeiten ab.

Das Potenzial für Innovationen in der Logistik ist längst noch nicht ausgereizt. Spracherkennungssysteme spielen hierbei eine wachsende Rolle. So hat der Handelskonzern Rewe sein Lagerpersonal im Zentrallager Westfalen mit sprachgesteuerten Endgeräten ausgestattet. Statt wie vorher mit Handhelds umherzulaufen, Listen abzuarbeiten und zu bestätigen, haben sie nun einen Kopfhörer und bekommen Schritt für Schritt angesagt, was sie zu konfektionieren haben. Man bestätigt den Ladevorgang per Sprache. Durch die Umstellung von Touchpad-Steuerung der Lagerarbeit auf Sprachsteuerung können die Konfektionierungszeiten erheblich verkürzt werden.

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Angewandte Sprachwissenschaft

Linguisten arbeiten mit Neurobiologen und Technikern an immer besseren Dialogsystemen. Intonation, Lautdauer, Sprechpausen, Dialekt oder Akzent sind Punkte, die beim so genannten Dialogdesign beachtet werden müssen. Das Zauberwort heißt „natürliche Spracherkennung“ (von Worten und Sätzen). Sie hat die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine in den vergangenen Jahren deutlich weitergebracht und kann mittlerweile den Einsatz in der Industrie spürbar erleichtern.

Das Berliner Unternehmen SemanticEdge gewann im vergangenen Jahr die Branchen-Auszeichnung „Voice Award“ gleich in zwei Kategorien. Die Track&Trace-Applikation der DHL erhielt den VoiceAward für die beste Automation von Geschäftsprozessen. Der Personal Assistant von DaimlerChrysler wurde mit dem „Best Innovation Award“ für die Sprachapplikation mit der fortschrittlichsten technischen Umsetzung prämiert.

Hier sieht man einen direkten Zusammenhang zwischen so genannten Human Touch-Dialogen mit menschlichen Zügen, die dem menschlichen Sprechen sehr nahe kommen und der Akzeptanz eines Sprachdialogsystems. „Wir wollen keine starren Dialoge steuern, bei denen man nur bestimmte Begriffe verwenden kann, sondern freies Sprechen ermöglichen“, sagt Dr. Lupo Pape, Geschäftsführer von SemanticEdge. Bei einem Dialog mit menschlichen Zügen werde sich der Anrufer eher angenommen fühlen als bei einem mit starrer Menüführung und Abfrage von bestimmten Antworten, so der Sprachdialogexperte. Gunthart Mau (Quelle: „NeueNachricht“, Bonn)

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