Lenze baut Mechatronic Campus

Die Disziplinen rücken zusammen

Der Lenze Mechatronic Competence Campus, für den Ende September der Grundstein gelegt wurde, soll Anfang 2020 in Betrieb gehen. Er steht für eine neue Arbeitswelt, die Abteilungsgrenzen überwindet, und eine schnelle, flexible Produktion Einsatz findet.

Lenze hat am 28. September den Grundstein für den neuen Mechatronic Competence Campus in Extertal gelegt. © Lenze

Lenze hat am 28. September in Anwesenheit des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, der Bürgermeisterin von Extertal, Monika Rehmert, sowie der Gesellschafter des Unternehmens und Mitgliedern der Gründerfamilie den Grundstein für den neuen „Mechatronic Competence Campus“ (MCC) in Extertal gelegt.

Der moderne Entwicklungs- und Fertigungsstandort in Nordrhein-Westfalen ist mit rund 50 Millionen Euro die größte Einzelinvestition in der 70-jährigen Geschichte Unternehmens. 7.500 Quadratmeter umfasst der Neubau, insgesamt stehen auf dem Campus 30.000 Quadratemter für Entwicklung, Fertigung, Service und Lager zur Verfügung. Im Endausbau sollen dann rund 800 Mitarbeiter beschäftigt sein, die bislang auf drei getrennte Standorte in Extertal verteilt sind.

Besonderes Augenmerk legt Lenze auf die bessere Zusammenarbeit – von der Ideenfindung über die Produktentwicklung, Prototypenbau und Nullserie bis hin zur Serienreife sollen die unterschiedlichen Disziplinen enger zusammenrücken. Ein zentrales Element des Entwicklungsstandortes ist daher das Technikum. „Hier kommen Produktmanager mit engem Kontakt zum Vertrieb und deren Kenntnis der Kundenanforderungen mit dem Entwicklungsteam, den Service-Mitarbeitern und der Operations-Abteilung zusammen. Alle diese Disziplinen sind gleich wichtig. Wir sorgen dafür, dass Kommunikationsbarrieren abgebaut werden und eine einfache Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen möglich wird“, betont Dr. Hans-Peter Mertens, Geschäftsführer von Lenze Operations. Ebenso können Kunden hier mit einbezogen werden, die spezifische Entwicklungen begleiten und live erleben können.

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Der Mechatronik-Campus sei für Lenze ein entscheidender Schritt, um mehr Innovationen zu fördern, die Ergebnisse des Innovationsprozesses zu verbessern und das Time-2-Market deutlich zu verkürzen, hieß es. Er sei ein wichtiges Referenzprojekt für die Zukunft der Zusammenarbeit. „In agilen, interdisziplinären Teams werden unsere Mitarbeiter in Extertal künftig auf zahlreichen offenen Flächen zusammenarbeiten und für unsere weltweiten Kunden die besten mechatronischen Lösungen und Services erarbeiten“, so Christian Wendler, CEO von Lenze.

Verbesserungen soll es aber auch in der Produktion geben. „Hier kommen neueste Automationstechniken zum Einsatz“, so Dr. Mertens weiter. Vernetzung und Steuerung werden von Grund auf neu konzipiert, basierend auf einer SAP-Umgebung. In der Produktion selbst kommen fahrerlose Transportsysteme zum Einsatz, direkt angeschlossen ist ein modernes Hochregallager mit Platz für mehr als 16.000 Paletten und über 15.000 Behältern. Rund 300 Lenze-Antriebe werden in der Logistik verbaut.

Die Veränderungen gegenüber den bisherigen Produktionsabläufen werden dramatisch sein. Der Make-2-Order-Prozess, bei dem aus vorgefertigten Elementen die kundenspezifischen Fertigprodukte entstehen, soll zwischen 50 und 85 Prozent schneller werden – im Extremfall sinkt die Durchlaufzeit von 32 Tagen auf nur noch 5, weil unnötige Materialbewegungen und Liegezeiten wegfallen. 300 Palettenkilometer pro Jahr werden künftig eingespart, 10 Prozent weniger Energie und 48 Prozent weniger Fläche benötigt. as

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