Lenze auf der Logimat 2017

Man nehme …

Lenze auf der Logimat 2017. Lenze wird in diesem Jahr erstmals auf der Logimat ausstellen – in Halle 5. Warum, wie und womit das Hamelner Unternehmen als „Moton-Centric-Automation-Spezialist“ die Intralogistikbranche anspricht, verrät Steffen Schwerd, Geschäftsführer Lenze Vertrieb, im Gespräch mit den handling- Redakteurinnen Petra Born und Annina Schopen.

Steffen Schwerd, Geschäftsführer Lenze Vertrieb in Stuttgart, im Gespräch mit der handling-Redaktion. (Foto: Born)

Herr Schwerd, in diesem Jahr stellt Lenze erstmals auf der Logimat aus. Wen wünschen Sie sich als Fachbesucher?
Gäste für unsere Küche!

Ihre Küche? Wie dürfen wir das verstehen?
Wo finden nachts nach der Party die besten Gespräche statt? Eben, in der Küche. Wir von Lenze gehen in diesem Jahr erstmals zur Logimat und haben uns ein ganz besonderes Messestandkonzept ausgedacht, eben eine Küche. Weil wir SuperZutaten für die Intralogistik haben, die passenden Rezepte für die Anforderungen dieser Branche. Auf die Gespräche an unserem Kaffeestand und am Herd sind wir gespannt – das wird eine Riesenfreude!

Wir sind auch darauf gespannt, die Hamelner Antriebsspezialisten in der Schürze zu erleben. Nun nennt der Messeveranstalter das Motto „Wandel gestalten: Digital-Vernetzt-Innovativ“. Was wirft Lenze in diesen Topf?
Lenze engangiert sich in diesem Bereich in mehreren Forschungsprojekten. Zum Beispiel sind wir im Spitzencluster „it`s OWL“ in dem Innovationsprojekt „Intelligente Antriebs- und Steuerungstechnik für energieeffiziente Intralogistik“ (IASI). Es beschäftigt sich mit der optimierten Nutzung von Lagersystemen. Außerdem forschen wir an intelligenten Antrieben, die auf einer Fördermatrix Gegenstände selbstständig routen können. Wir sind in einer Forschungsgruppe „Sicheres WLAN“, in der es darum geht, WLAN-Frequenzen für die Industrie aufzubauen. Aber wir haben natürlich auch aktuelle Produkte und Systeme, die den Kunden helfen, Engineering-Zeiten einzusparen. Mit unseren Fast-Bausteinen lässt sich beispielsweise eine modulare Maschinensteuerung entwickeln. Bis zu 80 Prozent des Software-Engineerings können damit abgedeckt werden. Und wir entwickeln Produkte, die besonders einfach zu nutzen sind, wie den Smart Motor, der einen Frequenzumrichter und einen Motor vereinigt und mit einer Smartphone-App bedient werden kann.

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So funktioniert die Kompensation von Mastschwingungen: Eine anschauliche Erläuterung gibt Steffen Schwerd mit einem Jojo. (Foto: Born)

Wie gestalten Sie selbst als Unternehmen mit rund 3.300 Mitarbeitern diesen umfassenden Wandel, die digitale Transformation?
Lenze ist mit derzeit insgesamt 3.300 Mitarbeitern, davon 300 in Forschung und Entwicklung, extrem innovativ unterwegs. Durch unsere Softwaretochterfirma Encoway mit etwa 120 Software-Ingenieuren sind wir seit Jahren up to date, was IT-Strukturen und digitale Produkte angeht. Analoge Produkte können digitalisiert werden, damit bleiben sie aber trotzdem analoge Produkte. Unternehmen müssen aber auch wirklich digitale Produkte entwickeln, Produkte, die nur rein elektronisch vorhanden sind, und dazu müssen sie sich so aufstellen, dass sie Hardware produzieren, aber auch Software. Da hilft uns Encoway mit ihrer anderen Denk- und Herangehensweise. Sie sehen, wir sind inmitten eines spannenden Veränderungsprozesses. Unsere Mitarbeiter haben diese Notwendigkeit erkannt, und wir können inzwischen definieren, was digitale Produkte sind und wo wir damit hinwollen.

Welche Hürden sind bei diesem Wandlungsprozess Ihrer Meinung nach die schwierigsten?
Es gibt interne Hürden, etwa die in den Köpfen der Menschen. Mitarbeiter berufen sich gern auf ihre Erfahrung, verharren dadurch im Gewohnten, und das bremst. Zu den äußeren Hürden gehört meiner Meinung nach, dass wir Deutsche alles immer erst ganz fertig machen wollen, ganz perfekt, ehe wir damit nach draußen gehen. Interessant ist, dass einige Unternehmen eigene digitale Plattformen entwickeln. Aber braucht jedes Unternehmen eine eigene Plattform? Oder reichen nicht neutrale Plattformen, auf die die Unternehmen ihre Applikationen setzen können, und lassen Unternehmen eventuell Mitbewerber auf die eigene Plattform? Letztlich muss geklärt werden, wie mit den Daten umgegangen wird, welche Plattformen nötig sind und wie offen das ganze sein muss, dass es funktioniert.

Welchen Stellenwert hat die Intralogistik für das Unternehmen Lenze?
Die Intralogistik ist für uns Fokusbranche. Wir generieren rund zehn bis 15 Prozent unseres Umsatzes aus der Intralogistik. Auch wenn es nicht überall draufsteht, so ist doch sehr oft Lenze drin. Zum Beispiel sind 32.000 Regalbediengeräte mit Lenze-Technologie ausgestattet. Unsere Experten sind alle ganz nah am Thema Intralogistik, sie wissen, wo die Probleme liegen und was benötigt wird. Wir als Mittelständler verstehen diese Kunden, wissen was sie wollen – wir kennen das Rezept, und wir haben die Zutaten!

Was haben Sie Neues zum Beispiel für die horizontale Fördertechnik anzubieten?
Wir stellen wie erwähnt neu den g350 vor, eine echte integrierte mechatronische Lösung aus Getriebe, Motor, Elektronik und Software, mit dem wir die Erfolgsgeschichte des Lenze Smart Motors fortsetzen. Dieser Antrieb kann bei nur einer Übersetzungsstufe für viele unterschiedliche Fördergeschwindigkeiten in der horizontalen Fördertechnik eingesetzt werden. Die Antriebsdrehzahl ist frei wählbar und wird ganz komfortabel über die Smartphone-App per NFC-Verbindung eingestellt.

Sie haben bereits in Nürnberg auf der SPS/IPC/Drives eine zentrale Antipendel-Steuerung für Regalbediengeräte angekündigt. Was ist hier der technologische Kniff?
Heute bestehende Antriebskonzepte für Regalbediengeräte nutzen einen Kopfantrieb, um die Mastschwingungen zu reduzieren. Wir kompensieren die auftretenden Schwingungen jetzt über die Software. Das gibt dem Kunden die Möglichkeit einer deutlichen Spielzeitverkürzung bei gleichzeitiger Gewichtsreduktion des RBG. Ein Kopfantrieb zur Antipendelregelung wird nicht mehr benötigt. Außerdem sorgen wir mit einer Safety-Funktion dafür, dass sich das RBG sicher am Gassen-Ende bewegt. Dadurch wird die Pufferzone kleiner und die Lagerfläche effizienter genutzt. Die Software ist in jedem Regalbediengerät mit Steuerung und Antrieben von Lenze nutzbar.

Welche unternehmerischen Schwerpunkte beschäftigen Sie als Geschäftsführer von Lenze Vertrieb in den nächsten Monaten?
Den Wandel in den Köpfen der Mitarbeiter zu begleiten und auch voranzutreiben. Wir müssen uns dieser Entwicklung stellen und die sich digitalisierende industrielle Welt und alle ihre Abläufe ganzheitlich sehen. Unser bisheriges Denken etwa in den Kategorien Hardware und Software müssen wir umstellen. Wir müssen noch besser zuhören! Was wird gebraucht? Wir müssen die Bedürfnisse unserer Kunden erkennen und uns dann auf sie einlassen. Dies alles sind komplexe Prozesse, auf die wir auch unsere jungen Leute und Auszubildenden konkret vorbereiten. pb/as

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