Know-how

Dr.-Ing. habil. Joachim Krause,

Prüfung elektrischer Geräte und Anlagen

Prüfung. Ohne diese Systeme funktioniert keine technologische Einrichtung. Sie haben deshalb in der zugelassenen Umgebung während ihrer Lebensdauer zuverlässig und sicher bestimmungsgemäß zu funktionieren.

Hierarchische On-line-Diagnose

Neben ihrer sorgfältigen Fertigung und Wartung hat die Prüfung, dieses Ziel sicher zu stellen. Dazu gehört nach vorausgehender, bei Änderungen und gegebenenfalls in bestimmten Zeitabständen zu wiederholender Typprüfung als Fertigungsabschluss die qualitätsgerechte Stückprüfung. Nach der Inbetriebsetzung steht der Wiederholungstest in festgelegten Zeitabständen an.

Grundsätzliches
Prüfungen in jeder Stufe (Besichtigen, Erproben, Messen), bevorzugt ihrer sicherheitsrelevanten Funktionen und Schutzeinrichtungen, dienen der Bestätigung von Berechnung/Projektierung, also dem Nachweis gewünschter Funktionalität, zu erwartender Qualität/Zuverlässigkeit/Lebensdauer sowie der Garantie ihrer Sicherheit, um Personen und Material zu schützen. Risiken müssen spätestens zum Prüfungszeitpunkt erkannt werden, die gefahrlose Benutzung des Prüflings wird bei korrektem Einsatz unter zugelassenen Umgebungsbedingungen bis zur nächsten Prüfung verbindlich ausgewiesen. Gegen Schäden durch elektrische Energie wie Störlichtbögen, Körperdurchströmungen, Brände, mechanische Wirkungen wird verlässlich geschützt. Erleichternd wirken prüfungsfreundliche Erzeugnisgestaltung und Unterlagenausführung.

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Alle Prüfstufen zeichnen sich durch eine algorithmische, computerfreundliche Natur aus. Den damit möglichen Automatisierungsgrad bestimmt meist das Produktionsvolumen. Grundlage sind unbedingt einzuhaltende Vorgaben und Gesetze, sie schlagen sich oft in Checklisten nieder. Ergebnisse werden als Bericht oder Etikett dokumentiert.

Eine Schlüsselrolle besitzt die Organisation der elektrotechnischen Mitarbeiter (vgl. Rechtsquellen Betriebssicherheitsverordnung, Energiewirtschaftsgesetz u. ä. sowie VDE-Vorschriften VDE 0105-100, VDE 1000-10). Die damit verbundene Verantwortung für Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten drückt sich in den Bezeichnungen Unternehmer/Anlagenverantwortlicher, Elektrofachkraft (unterschiedlichen Niveaus), befähigte und unterwiesene Person aus. Für die Beurteilung der Gefährdung ist der Anlagenverantwortliche zuständig. Er stellt sicher, dass die Kompetenz bezüglich juristischer Auseinandersetzungen eindeutig und transparent formuliert ist.

Fertigungsprüfung

Zur exemplarischen Fertigungsprüfung zählen Vorprüfung, Funktionsprüfung vorgefertigter Komponenten, Komplextest des Gesamterzeugnisses eingeschlossen

  • Wareneingangs-, Verdrahtungs-, Isolationsprüfung (Stromkreise gegen Erde und untereinander)
  • Dauerlauf
  • Prüfung aller Schutzmaßnahmen inclusive PE-Verbindung.

Inbetriebsetzung und Wartung
Diese Abschnitte entsprechen anteilig Schritten der Fertigungsprüfung. Sie sind vom Lieferanten/Produzenten verbindlich in Dokumentation sowie (mit Ereignisnetzen und Programmablaufplan formalisierten) Fehlersuchanleitungen niedergelegt. Schwerpunkt bildet dabei die On-line-Diagnose (Bild). Sie erlaubt die präventive Schadenserkennung. Im Kern bedeuten diese Phasen eine Wiederholungsprüfung, in der Anomalien beseitigt werden.

Tabelle

Wiederholungsprüfung
Basis ist die Gefährdungsanalyse mit dem individuellen Ermitteln ihrer zeitlichen Abstände. Diese Fristen (in der Regel zwischen 3 und 24 Monaten) richten sich u. a. nach Anlagen-/Geräteeigenschaften, Mitarbeiterqualifikation, Angaben der Betriebsanleitung, Umgebungsbedingungen, in der Vergangenheit festgestellter Fehlerquote bei vergleichbaren Prüflingen. Zusätzlich können Behörden oder Versicherungen zu weiteren Tests verpflichten. Die Ziele korellieren mit Schritten für die Messkategorien CAT0 – CAT IV nach IEC 61010-1. Technische Einzelheiten sind überwiegend in VDE-Vorschriften niedergelegt. Zu den wichtigsten gehören VDE 0105-100 – Wiederholungsprüfungen, DIN VDE 0100 – elektrische Anlagen bis AC 1000 V beziehungsweise DC 1500 V (inclusive Schutzart und -klasse) sowie DIN VDE 0701-0702 Geräteprüfung (Tabelle).

Ausblick
Zum Anwenden der VDE-Bestimmungen als „allgemein anerkannte Regeln der Technik“ zwingen Rechts-/Verwaltungsvorschriften und Verträge. Verletzungen dieser Pflicht führen u. U. zu erheblichen Nachbesserungen und Ersatzleistungen, zugleich zur Gefahr zivil- und strafrechtlicher Konsequenzen.

Außerdem sind diese Grundlagen ständig zu beobachten, um sie zu aktualisieren. Dokumentierte Prüfergebnisse müssen nicht nur die effiziente Fehlerbehebung erlauben, sondern auch der Produktweiterentwicklung dienen.

Joachim Krause

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