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Artikel und Hintergründe zum Thema

Sturmflutsperrwerk in Vietnam

Hydraulikzylinder als Schleusenöffner

Bosch Rexroth wird 94 Hydraulikzylinder unterschiedlicher Baugröße sowie sämtliche Komponenten für 36 Hydraulikaggregate für den „Ho Chi Minh Stadt Hochwasserschutzplan“ liefern. Zu den Besonderheiten des Auftrags zählt die Spannweite unterschiedlicher Zylindergrößen, die hierfür angefordert werden.

Beispiel für einen Hochwasserschutzwall auf Grundlage des niederländischen Hartelkering-Designs und des Emssperrwerks in Deutschland (mit freundlicher Genehmigung von Trung Nam) (Bild: Rexroth)

Die Lieferung von 94 Hydraulikzylindern ist Bestandteil eines Einzelauftrags für alle acht Projekte, die in der Summe den HCMC-Hochwasserschutzplan ausmachen. Eingesetzt werden die Zylinder für die Schleusentore. Dort sollen sie die Überflutungsgefahren für ein rund 570 Quadratkilometer großes Areal eindämmen und den 6,5 Millionen Bewohnern der vietnamesischen Hauptstadt Schutz bieten. Entsprechend der unterschiedlichen Größen der Schleusen wird dafür eine breite Palette von Zylindergrößen benötigt: von etwa einem halben bis fast 19 Meter Hub und mit Gewichten von bis zu 25 Tonnen.

„In den ursprünglichen Projektanforderungen hatte der Auftraggeber zunächst Zylinder für die besonderen Eigenschaften jeder einzelnen Schleuse spezifiziert”, so Frank Maas, Senior Manager Cylinder Sales, Bosch Rexroth. „Schon im Verlauf der ersten Gespräche konnten wir kleinere Anpassungen vorschlagen und damit die Gesamtanzahl unterschiedlicher Zylinderformen und -größen verringern. So konnten wir die unterschiedlichen Zylindertypen bei den Hubtoren von vormals acht auf jetzt vier reduzieren. Das hat natürlich den gesamten Fertigungs- und Entwicklungsprozess verschlankt und die Produktionskosten für den Kunden maßgeblich gesenkt.”

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Die 24 größten Zylinder werden im niederländischen Boxtel hergestellt, die übrigen im deutschen Werk in Lohr am Main. Die Zylinder sind mit dem Rexroth Cylinder Integrated Measuring System (CIMSmart) ausgestattet, mit dessen Hilfe die Positionen der Kolbenstangen jederzeit präzise erfasst und visualisiert werden können. Die größten Hubzylinder für die Hauptschleusen haben redundant jeweils drei CIMSmart-Sensoren, um Fehlfunktionen aufgrund des Ausfalls eines einzelnen Sensors auszuschließen.

Um die Zylinderstangen vor Korrosion zu schützen, setzt Rexroth die eigene Enduroq-2200-Beschichtung ein. Diese soll eine Schutzdauer von wenigstens 60.000 Stunden gemäß DNV C-1 ISO 4536-Standard gewährleisten. Die Zylinder seien damit auf eine Lebensdauer von mindestens 25 bis 30 Jahren ausgelegt, so das Unternehmen.

Zwei Schleusentormodelle

Für die Schleusen und Hubtore wurden zwei unterschiedliche Schleusentormodelle entwickelt: eines mit Hub-, eines mit Drehsegmenten. Rexroth hatte bereits im Zuge früherer Projekte Erfahrungen mit den unterschiedlichen Modelltypen sammeln können – und war daher mit den spezifischen Anforderungen vertraut. So sind beispielsweise bei den vertikalen Schützen des Hartelkering Sperrwerks bei Rotterdam hydraulische Zylinder von Rexroth verbaut. Zu den Referenzprojekten mit schwenkbaren Schleusen zählt das Emssperrwerk, das dem Küstenschutz vor Sturmfluten dient. Außerdem staut es die Ems bei Überführungen von Kreuzfahrtschiffen auf. as

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