Frequenzumrichter Serie VLT HVAC Drive

Durch die Klinik gepustet

Frequenzumrichter steuern Rohrpostanlage für empfindliche Proben
Robotersysteme verteilen die Rohrpostbehälter in den Knoten.
Sensible Fracht saust auf dem Gelände der Innsbrucker Uni-Klinik per Rohrpost von Abteilung zu Abteilung. Die Tiroler erweiterten und modernisierten eine bestehende Anlage zur modernsten Rohrpostanlage Europas. Für den notwendigen Druck sorgen mehr als hundert frequenzgeregelte Gebläse – gesteuert von Danfoss Frequenzumrichtern.

Das Landeskrankenhaus Innsbruck (LKI) sowie die Universitätskliniken sichern in Tirol und teilweise auch Südtirol und Voralberg die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung. Dabei garantiert die Verbindung von LKI mit der Medizinischen Universität Innsbruck den Zugang zu den jeweils modernsten medizinischen Verfahren. Mehr als 4.500 Mitarbeiter der insgesamt 6.500 Beschäftigten sorgen am Standort Innsbruck für eine hochwertige medizinische Versorgung. Dazu gehört es auch, Blutkonserven, Gewebe- und Blutproben sowie andere gegenständliche Proben innerhalb kürzester Zeit den Weg über das 1,83 Hektar große Gelände zu schicken. Früher, als noch Berichte und Formulare in Papierform unterwegs waren, erledigte eine Rohrpostanlage diesen Transport – heute geht das via Computer.

Für das Labormaterial waren früher bis zu 70 Pflegehelfer täglich damit beschäftigt, es zu Fuß und per Fahrrad von Abteilung zu Abteilung zu bringen, um eine schnelle Diagnostik während einer Operation oder einer Behandlung zu ermöglichen. Das ist jetzt anders: Im Jahr 2000 kam eine Neuentwicklung auf, die derart sorgsam mit Rohrpostsendungen umging, dass man ihr sogar empfindliche Blutproben anvertrauen konnte. Die Klinikleitung entschloss sich deshalb dazu, das alte, bestehende Rohrpostsystem komplett zu modernisieren und zu erweitern. Inzwischen ist das gesamte Leitungsnetz mehr als 30 Kilometer lang, und die Rohrbomben absolvieren mehr als 3.000 Fahrten am Tag. Alle Behälter sind mit kleinen Chips ausgestattet, die ihnen den Weg zurück zur Basisstation weisen. Nach ungefähr 7.000 Fahrten steuern sie automatisch die Servicestation an: Die technische Überholung ist notwendig, denn die Kapseln sind je nach Anwendung mit zehn bis vierzig Stundenkilometer unterwegs. Damit legen sie die größte Entfernung innerhalb der Anlage in längstens sechs Minuten zurück. Robotersysteme zur Verteilung der Behälter in den Knoten machen das möglich – im Vergleich zu den vorher eingesetzten Weichen arbeiten sie viel zuverlässiger.

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Insgesamt ist das System dreigeteilt: die Rohrpost für das Zentrallabor, das Hauptnutzer ist, ein Hauspostsystem sowie ein Transportsystem für Blutkonserven und Gewebeproben. Die Erweiterung der Kliniken zog auch eine Erweiterung des Systems mit sich – mit der Folge, dass die Gebläseleistung angepasst werden musste – auf hohe Anforderungen: Absolut zuverlässig, ausfallsicher und einfach durch den Endanwender parametrierbar muss sie sein. Außerdem war auch Beratung, Betreuung und Service des Herstellers auf hohem Niveau gefordert.

Die Entscheidung fiel auf Frequenzumrichter der modularen Serie VLT HVAC Drive von Danfoss, die speziell auf den Betrieb von Pumpen, Lüftern und Gebläsen abgestimmt ist. Sie haben mehrere Steckplätze für eine optimale Anpassung an die jeweilige Aufgabe: Einfach die passenden Erweiterungsmodule bei der Bestellung ordern oder später leicht per Plug-and-Play nachrüsten. Im ersten Fall erhält der Anwender einen komplett montierten und getesteten VLT HVAC Drive. Aber auch der nachträgliche Einbau vor Ort erfolgt unkompliziert direkt in der Anlage. Schon in der Grundfunktion hat der Umrichter viele Funktionen für den Gebläsebetrieb. Bei der Klinik-Anlage entschieden sich die Tiroler für die analoge Ansteuerung der Frequenzumrichter. Damit lässt sich die Gebläseleistung optimal an das Gewicht der Kapsel anpassen und sorgt für die gewünschte Geschwindigkeit von 3,5 Meter pro Sekunde. Die Drehzahlregelung ersetzt die bis dahin eingesetzte Drosselregelung. Das spart Energie, weil die Systeme nahezu immer im optimalen Betriebspunkt arbeiten. Die Anlage erzeugt außerdem weniger Abwärme, folglich sind die Sekundärenergiekosten für die Klimatisierung der Betriebsräume niedriger.

Die Anlage arbeitet schonend: Sanftes Anfahren und Stoppen schont die Rohrbomben mit der empfindlichen Fracht. Mittels Datenlogging lässt sich die Belastung der einzelnen Behälter erfassen. Aus den ermittelten Daten kann die Steuerung Signale für die Umrichter generieren, um die Parametrierung für einen optimalen und besonders schonenden Betrieb anzupassen. Ebenso passt die Steuerung die Gebläseleistung automatisch an das jeweilige Büchsengewicht an. Die Bedienung über ein graphisches Display ist einfach; es wird jederzeit der Betriebszustand des Geräts angezeigt. Zudem kann der Anwender die für ihn wichtigen Parameter einblenden – so hat er alle wichtigen Informationen im Blick.

Seit der Modernisierung und Erweiterung der Anlage hat das System mehr als sieben Millionen Fahrten absolviert. Die Investitionskosten von zwei Millionen Euro haben sich nach drei Jahren amortisiert. Die alte, neue Rohrpost lohnt sich: weniger Energiekosten, erhebliche Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter, Sicherheit in der Versorgung der Patienten.

Martin Störmer/pb

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