Vier Jahrzehnte technischer Fortschritt bei SEW-Eurodrive.

Wandel bei Anspruch und Antrieb

SEW-Eurodrive gratuliert der Fachzeitschrift handling sehr herzlich zum 40. Geburtstag! In diesen vier wechselvollen Jahrzehnten revolutionierten das Baukastensystem, der Vormarsch der Elektronik und neue Konstruktionsverfahren den Entwurf, die Fertigung und die Leistungsfähigkeit elektrischer Antriebe. Als Schrittmacher auf dem Gebiet der Antriebsautomatisierung gestaltete und gestaltet SEW-Eurodrive diese Entwicklungen maßgeblich mit.

Das modulare Konzept des Getriebemotor-Baukastens bildet eine der Säulen des Unternehmenserfolgs von SEW-Eurodrive. Die Kombination von Getrieben und Motoren aus dem Baukasten ermöglicht Millionen Varianten für jedes Kundenbedürfnis. (Fotos: SEW)

Bedeutende technische Leistungen kennzeichneten die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts: der neue Elbtunnel in Hamburg, die Concorde oder das Apollo-Sojus-Projekt. Eine sehr bodenständige Erfindung hingegen war der Personal Computer. Er löste möglicherweise die größte technische Revolution aus. Jedoch gab es in den 1970er Jahren auch in der Antriebstechnik viele wegbereitende Entwicklungen.

Die 1970er Jahre: Großserien und Baukasten

Schon Ende der 60er Jahre entwickelte SEW-Eurodrive das modulare Konzept des Getriebemotor-Baukastens, der bis heute eine der Säulen des Unternehmenserfolgs bildet. Die Kombination von Getrieben und Motoren aus dem Baukasten ermöglicht Millionen Varianten für jedes Kundenbedürfnis. Das System der zentralen Fertigung in Nordbaden und dem Elsass sowie der dezentralen Montage vor Ort bot aber nicht nur Zeit- und Angebots-, sondern auch Kostenvorteile. Denn die seinerzeit vom Firmeninhaber Ernst Blickle umgesetzte Großserienfertigung reduzierte die Herstellungskosten. Die Struktur des Baukastensystems ließ sich hervorragend mit einer guten, weltweit vorhandenen Serviceorganisation verknüpfen.

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1970 blickt SEW-Eurodrive bereits auf ein erfolgreiches Jahrzehnt der Auslandsexpansion zurück. Das Unternehmen hat inzwischen 2.000 Mitarbeiter/innen. 1973 gründete der Hoppenstedt Verlag in Darmstadt die Zeitschrift „handling“. Zu dieser Zeit beinhaltete das SEW-Produktprogramm Stirnrad- und Schneckenradgetriebe sowie die zugehörigen Motoren, Keilriemen- und Reibrad-Verstellgetriebemotoren, Kupplungen, Bremsmotoren, Gleichstrommotoren, Stromrichter und elektrisches Zubehör. Das Baukastensystem dieser Komponenten ermöglichte jetzt über 13 Millionen Antriebskombinationen.

Die eigentliche Neuheit dieses Jahrzehnts stellte SEW 1977 auf der Hannover Messe vor: Kegelradgetriebe als ein wesentlicher Fortschritt der Antriebstechnik, mit einem hohen Wirkungsgrad und besonders wirtschaftlich. Sie erbrachten eine größere Leistung bei einem verminderten Geräuschpegel. Für SEW-Eurodrive stand in den 1970er Jahren auch die Eroberung außereuropäischer Märkte an. In den USA entstand 1975 ein erstes Verkaufs- und Montagezentrum.

Die 1980er Jahre: Steigender Automatisierungsgrad

Die deutsche Wirtschaft durchlief in den 1980er Jahren einen tiefgreifenden Strukturwandel, der durch Rationalisierung und Automatisierung, steigende Arbeitsproduktivität, Zunahme des Dienstleistungssektors, jedoch auch Massenarbeitslosigkeit gekennzeichnet ist. Ein schwieriges Umfeld für SEW, jedoch auch die Chance auf neue Absatzmärkte durch die zunehmende Automatisierung industrieller Prozesse.

Mit der Verbreitung von Personal Computern Anfang der 1980er Jahre erschienen zahlreiche Computerhersteller und Betriebssysteme auf dem Markt. Es setzte ein regelrechter CAD-Boom ein, der das Konstruieren in der Antriebstechnik nachhaltig beeinflusste. Gemeinhin gelten die achtziger Jahre auch als das Jahrzehnt, in dem die Elektronik Einzug in die industrielle Produktion hielt. Die Komponenten der Prozessautomatisierung erhielten zunehmend elektronische Steuerungen und wurden zu kompletten Systemen zusammengefügt. Es kam nicht mehr nur auf die Qualität der Einzelkomponenten wie Getriebemotoren an, sondern auf ihr reibungsloses Zusammenspiel im Rahmen eines elektronisch gesteuerten Systems. SEW-Firmeninhaber Rainer Blickle traf 1991 die Grundsatzentscheidung, eine eigene Elektronikfertigung in Bruchsal zu installieren.

Die 1990er Jahre: Integration von Elektronik

In den neunziger Jahren stellte das Unternehmen mit neuen Produkten und Lösungen wieder seine Innovationskompetenz unter Beweis. 1991 wurden besonders spielarme Getriebe auf den Markt gebracht sowie eine neue Frequenzumrichter-Generation. Die hochdynamischen Servomotoren und Servoumrichter erschlossen weitere Kundenkreise. Eine völlige Überarbeitung des Getriebebaukastens präsentierte das Unternehmen 1997 auf der Hannover Messe. Ebenfalls dort war die Antriebsverbindung von Mechanik und Elektronik zu bewundern: der direkt am Motor angebaute Frequenzumrichter Movimot.

Die 2000er Jahre: Durchbruch der Mechatronik

Auf der Marktseite zeichnen sich seit Anfang der 2000er Jahre Veränderungen ab. Die Kunden wollen in immer stärkerem Maße nicht nur einzelne Produkte kaufen, sondern komplette Lösungen erwerben. SEW-Eurodrive stellte 2005 auf der Hannover Messe mit Movigear den nächsten Entwicklungsschritt vor - eine mechatronische Antriebseinheit, bei der Mechanik, Elektromechanik und Elektronik zu einer Einheit verschmolzen sind. Jüngstes Mitglied in der Familie der der mechatronischen Antriebssysteme von SEW-Eurodrive ist der Elektronikmotor DRC. Er lässt sich mit Getrieben aus dem umfangreichen SEW-Baukasten kombinieren.

Die 2010er Jahre: Weitere Erhöhung der Energieeffizienz

Schon seit 2002 bietet SEW-Eurodrive besondere Energiesparmotoren mit Läufern aus gegossenem Kupfer an. Heute ermöglicht der Standard-Motorbaukasten DR von SEW-Eurodrive weltweit Millionen von Antriebskombinationen. Seit der Hannover Messe 2011 wurde er um die Ausführung DRU erweitert, die auch die Anforderungen der Effizienzklasse Super Premium Efficiency erfüllt.

Dieser sogenannte Line Start-Permanentmagnet-Motor vereinigt die Vorteile der robusten Asynchronmaschine mit denen des verlustarmen Synchronmotors. Er kann am Frequenzumrichter oder direkt am Netz betrieben werden. Unabhängig von der benötigten Energiesparklasse stehen Drehstrommotoren in allen Wirkungsgradklassen mit sämtlichen Motoroptionen und -ausführungen zur Verfügung. Damit ist der Bruchsaler Antriebsspezialist einer von wenigen Herstellern, die weltweit ein derart umfangreiches und vollständiges Produktprogramm anbieten können.

Bei allen marktführenden Innovationen und herausragenden Produkten stehen bei SEW-Eurodrive immer der Kunde und seine Wünsche und Bedürfnisse im Mittelpunkt. Das zeigt das wiederholte gute Abschneiden beim bundesweiten Wettbewerb „Deutschlands Kundenchampions“, zuletzt im Jahr 2012. Zudem konnte SEW-Eurodrive auch die beiden Sonderpreise „Bestes Industrieunternehmen“ und „Bestes B2B-Unternehmen“ gewinnen. Die Auszeichnung „Bester Lieferant 2012“ erhielt SEW-Eurodrive von einem führenden Anbieter im Bereich der Intralogistik. Dem Bruchsaler Antriebsautomatisierer wurden in hohem Maße Qualitäts- und Termintreue, Problemlösungskompetenz sowie Serviceorientierung attestiert.

Gunthart Mau/bw

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