Sinochron-Motoren

Weniger kann mehr

Neues Antriebskonzept für Flurförderzeuge
Bei einem typischen Arbeitsspiel eines Gabelhubwagens wurde die Batterieladung über der Zeit aufgetragen.
Für elektrisch betriebene Flurförderzeuge stellt ABM Greiffenberger ein neuartiges Antriebskonzept vor. Es vereint die Vorzüge von Servo- und Asynchronmotoren. Durch den Entfall der Drehzahlsensorik sind die Sinochron-Antriebe noch zuverlässiger als herkömmliche Asynchronmotoren und senken deutlich den Energieverbrauch von Flurförderzeugen.

Als einer der ersten Hersteller von Drehstromantrieben für Flurförderzeuge trug ABM Greiffenberger dazu bei, dass neue Generationen von Elektro- staplern heute deutlich leistungsstärker, komfortabler und energiesparender sind. Diese Entwicklung ist noch nicht am Endpunkt angelangt: Kürzlich stellte das Unternehmen ein neues Antriebskonzept vor, das nochmals deutliche Energieeinsparungen ermöglicht. Bei den von ABM Greiffenberger entwickelten Sinochron-Motoren handelt es sich um Synchronmotoren mit Hochleistungs-Permanentmagneten, die eine sinusförmige Flussverteilung aufweisen.

Dadurch kann auf mechanische Geber verzichtet werden. Die Istwerte für Rotorlage und Drehzahl werden nicht über im Motor befindliche Sensoren erfasst, sondern aus elektrischen Größen ermittelt. Zu den Eigenschaften dieser kompakten Motorbauart gehören gutes Rundlaufverhalten, hoher Wirkungsgrad und sehr gute Regeleigenschaften. Gegenüber dem Asynchronmotor unterscheiden sie sich durch eine etwa doppelt so hohe, kurzzeitige Überlastbarkeit – daher kann man in vielen Fällen eine kleinere Motorbauform wählen. Im Vergleich zu Servomotoren ist der sensorlose Betrieb hervorzuheben, den die sinusförmige Gegenspannung ermöglicht. Zudem ist die Anschlusstechnik einfacher und die Zuverlässigkeit höher, weil der Drehzahlgeber (einschließlich der Verkabelung) entfallen kann.

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Hohe Energieeinsparung

Hinsichtlich seiner Energieeffizienz ist der Sinochron-Motor vorbildlich: Er übertrifft sogar die Vorgaben der höchsten Effizienzklasse „Premium Class“ bei Netzanwendungen, deren Einführung zurzeit vorbereitet wird und die nochmals höhere Anforderungen stellt als die Klasse eff1. Auch im Teillastbetrieb arbeitet der Motor mit hohem Wirkungsgrad. Somit kann der Anwender sicher sein, dass er mit diesem Antrieb Energiekosten spart und darüber hinaus einen Beitrag zur Schonung der Ressourcen und zur Senkung des CO2-Ausstoßes leistet.

In der Praxis wurde bei typischen Lagertechnikgeräten, die auf Sinochron-Antriebe umgerüstet wurden, ein geringerer Energieverbrauch gemessen, der mehr als 20 Prozent beträgt. Entsprechend verlängert sich die Batteriestandzeit. Das Besondere daran: Der Staplerfahrer merkt davon nichts, weil die Antriebe außerordentlich kraftvoll arbeiten.

Unterschiedliche Gerätetypen

Das Marktredwitzer Unternehmen entwickelte für die Flurförderzeug-Industrie ein Plattformprogramm mit Sinochron-Antrieben, das sich für verschiedene Gerätetypen und Leistungsklassen eignet. Als Fahrmotor stehen Komplettsysteme bis fünf Kilowatt Fahrleistung zur Verfügung, die Sinochron-Hubmotoren decken Pumpenleistungen bis 16 Kilowatt ab, und die Lenkmotoren eignen sich als Servolenkungen für Gabelstapler. Damit ist ABM Greiffenberger Systemlieferant des kompletten Antriebssystems einschließlich der elektronischen Steuergeräte aus der Produktreihe SDC (Sensorless Drive Controller), die speziell für diese Motorenbauart entwickelt wurden.

Staplerhersteller profitieren mit dem Sinochron-Motor von größeren Design-Freiheiten, weil die Antriebe kompakter sind als die heute üblichen Asynchronantriebe. Er kann die Fahrzeugabmessungen kleiner dimensionieren, weil die Hüllkreise bei gleicher Motorleistung kleiner sind.

Zudem erhält er von ABM Greiffenberger ein exakt aufeinander abgestimmtes Antriebssystem, das vollständig modular aufgebaut und voll kompatibel ist zu allen anderen.

Damit kann der Staplerhersteller auch bei bestehenden Serienprodukten den Wechsel auf die Sinochron-Technologie vollziehen – und seinen Kunden leistungsstarke Flurförderzeuge mit hoher Produktivität und vorbildlicher Energieeffizienz bieten. Jochen Siebert/gm

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