Druckluftlamellenmotoren

Großer Papierhunger

Druckluftlamellenmotoren in der Papierindustrie
Hält dicht für den großen Papierhunger: Die Edelstahlmotoren des Herstellers sind standardmäßig mit einem Planetengetriebe in Edelstahlausführung erhältlich. (Foto: Hersteller)
Deutschlands Papierindustrie ist führend in Europa. An 180 Produktionsstandorten werden insgesamt 3.000 Papiersorten hergestellt. 44.000 Mitarbeiter produzieren 23,2 Millionen Tonnen Papier im Jahr – das geht nur mit dem richtigen Antrieb in den Papiermaschinen.

Seit 105 n. Ch. – aus dieser Zeit datiert die erste Beschreibung der Papierherstellung – hat sich am Verfahren der Papierherstellung nichts geändert: Fasern werden in Wasser gelöst und mit einem Sieb aus dem Wasser geschöpft. Dabei lagern sich die Fasern als Vlies zusammen, das später gepresst und getrocknet wird. Heute übernehmen riesige Papiermaschinen die verschiedenen Arbeitsschritte von der Aufbereitung der Rohfasern bis zum fertigen Papier – für Anlagenbauer eine große Herausforderung, denn die Einzelkomponenten müssen große Belastungen aushalten.

Die Firma Deprag Schulz in Amberg hat Druckluftlamellenmotoren aus Edelstahl im Programm, die sich auch in der Stoffaufbereitung der Papiermaschinen bewähren. Hier werden je nach Papierart Holz- und Zellstoff sowie Altpapierfasern in einem bestimmten Verhältnis gemischt und in Wasser gelöst. Auch chemische Füll- und Hilfsstoffe werden beigemischt. Diese aggressive Flüssigkeit muss immer wieder „umgerührt“ werden. Der Druckluftlamellenmotor aus Edelstahl eignet sich für diesen Einsatz unter Extrembedingungen – er ist säure- und hitzeunempfindlich, wasserdampfbeständig, leistungsstark und langlebig. Alle Motoren des Herstellers für die Papierindustrie werden vollkommen abgedichtet; keine Leckageluft tritt aus, Verschmutzung aus der Umgebung können nicht in den Motor eindringen. Die Abtriebsspindel aus hochwertigem rostfreiem Edelstahl ist unempfindlich gegenüber aggressiven Chemikalien. Sie hat eine widerstandsfähige Radial-Wellen-Dichtung. Druckluftmotoren in diversen Ausführungsvarianten finden mit einfacher Bauweise, geringem Leistungsgewicht und großem Drehzahlbereich ein breites Einsatzspektrum. Auch explosionssichere Modelle bietet der Hersteller an.
Der Druckluftmotor arbeitet nach einem einfachen Prinzip: Die per Kompressor erzeugte Druckluft versetzt die Motorwelle in Rotation. Beim Lamellenmotor wird der in einem exzentrischen Zylinder umlaufende Rotor in Bewegung gesetzt. In Schlitzen stecken Lamellen, die durch Zentrifugalkraft nach außen gegen die Zylinderwand gedrückt werden. Es bilden sich Arbeitskammern für die sich ausdehnende Druckluft. Über die Expansion der komprimierten zugeführten Luft wandelt sich die Druckluft in kinetische Energie – die Drehbewegung entsteht. Vieles spricht für den Einsatz des Druckluftmotors als Antrieb; Hauptvorteil ist seine große Leistungsdichte. Je nach Ausführung benötigt er nur ein Fünftel der Masse eines handelsüblichen Elektromotors oder ein Drittel seiner Größe.

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Die abgegebene Leistung ist bei dieser Motorart über weite Drehzahlbereiche nahezu konstant. Er kann deshalb auch bei wechselnden Lasten betrieben werden. Die Motorleistung lässt sich durch Änderung des Betriebsdrucks anpassen, die Drehzahl durch Drosselung der Luftmenge stufenlos steuern. Der Druckluftmotor kann problemlos bis zum Stillstand belastet werden und nimmt dabei keinen Schaden. Nach Reduzierung der Last läuft er sofort wieder an, beliebig oft hintereinander, auch bei hoher Einschaltdauer. Durch die Entspannung der Luft kühlt der Druckluftmotor entstehende Reibungswärme ab, unter Last wird er eher kühl, eine Überhitzung ist nahezu ausgeschlossen. Der innere Überdruck verhindert zusätzlich das Eindringen von Staub und Schmutz. Auch der ölfreie Betrieb des Druckluftmotors im Trockenlauf – wie beispielsweise in der Lebensmittelindustrie gefordert – ist bei geringer Leistungseinbuße möglich.

PR/pb

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