Antriebe und Steuerungen

Kostenbremse Baukasten

Offene Systeme für Handling und Montage
Kaum ein Automatisierungsbereich verlangt so flexible Lösungen wie die Handhabungs- und Montagetechnik: Bewegungsabläufe müssen sich maßgeschneidert in die Produktion einpassen und mit möglichst geringem Aufwand an Hardware und Engineering-Kapazitäten realisiert werden. Gerade hier reduziert der Einsatz international standardisierter Programmiersprachen wie IEC-61131 die Komplexität.

Will der Anwender schnell zum Ziel kommen, steht ihm bei Bosch Rexroth eine modular aufgebaute Antriebs- und Steuerungslösung für Montage und Material Handling zur Verfügung. Dabei kann man sich aus dem „Automation House“ – einem Baukasten von PC-basierten Steuerungen über embedded Systeme bis hin zu I/Os und Antrieben – mit geringem Zeitaufwand die passende Lösung zusammenstellen.

Ein Beispiel hierfür ist „IndraLogic“, die Rexroth-SPS. Sie folgt den Normen der Nutzerorganisation PLCopen. Die skalierbare Steuerung nutzt in allen Versionen – vom PC über embedded Systeme bis hin zur antriebsbasierten SPS – die international einheitliche Programmiersprache IEC 61131-3 und die Bibliotheken nach PLCopen. Damit reduziert sich der Engineeringaufwand für Anwender – gerade bei größeren Projekten – erheblich, denn einmal geschriebene Programme oder Programmteile können auf allen Ebenen wieder verwendet werden. Damit lassen sich beispielsweise Handlingsysteme für gleichartige Maschinen (in verschiedenen Größen oder ähnlichen Bewegungsabläufen) in deutlich kürzerer Zeit als bisher automatisieren.

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Das schlüsselfertige System „IndraMotion for Handling“ ist laut Anbieter derzeit die einzige Lösung für anspruchsvolle Handlingaufgaben auf Basis einer SPS. Der Vorteil für den Maschinenbauer besteht in einer deutlichen Einsparung beim Engineering. Es entfällt der sonst bei Neueinführungen übliche Entwicklungs-Programmieraufwand. Die offene Systemlösung basiert auf OpenSource und erleichtert damit die Einbindung individueller Erweiterungen und Änderungen, mit denen der Maschinenhersteller sein spezielles Know-how als Wettbewerbsvorteil einbringt.

Motion Control inside

Die SPS „IndraLogic“ arbeitet 1.000 Anweisungen in 60 Mikrosekunden ab. In Verbindung mit Motion Control-Funktionalitäten lassen sich damit anspruchsvolle Bewegungsaufgaben lösen. Spezialisierte Technologiebausteine für lineare Sechsachs-PTP-Bewegungen, Joggen und Teachen für Portalanwendungen, Be- und Entladen sowie für Pick & Place reduzieren die Programmierzeiten. Alle für Automationsaufgaben benötigten Werkzeuge zur Projektierung, Programmierung, Parametrierung und Bedienung fasst der Anbieter auf der Basis von Microsofts .NET-Technologie im Software-Framework „IndraWorks“ zusammen. Für die Kommunikation zu übergeordneten Produktionsplanungs- oder ERP-Systemen kommt Standard-Ethernet TCP/IP zum Einsatz.

Das HMI lässt sich über eine breite Produktpalette von Bedien- und Visualisierungsgeräten realisieren. Diese beinhaltet sowohl mobile als auch stationäre Geräte. Speziell für die Funktion „IndraMotion for Handling“ wurde auf einem mobilen embedded PC-System sowie auf einem Controller basierten Kleinbediengerät eine Bedien- und Programmieroberfläche für den allgemeinen Automatisierungsmarkt entwickelt.

Bewegungen koordinieren

Für komplexe Motion-Aufgaben steht mit dem System „IndraMotion MLC“ eine Steuerungsgeneration zur Verfügung, die weite Bereiche der Automatisierungswelt abdeckt. Dazu gehören Nockenschaltwerke, fliegende Sägen, Wickler, Querschneider, Messräder und -taster sowie Schlaufen- oder Druckmarkenregler.

Die Funktionalität ist nahezu unabhängig von der Zahl der angeschlossenen Antriebe und schafft damit die Voraussetzung für die einfache Skalierung und Erweiterung. „IndraMotion“ unterstützt die gängigen Feldbusse und lässt sich einfach in Maschinen und Anlagen integrieren. Die Steuerung kann als Master oder Slave kommunizieren. Sie eröffnet somit alle Optionen zur Vernetzung und Integration in heterogene Software-Landschaften. Ergänzt wird das Steuerungssystem durch eine breite Palette I/O-Komponenten aus der Familie „Rexroth Inline“ und „Rexroth Fieldline“.

Diese Steuerung ergänzt der Anbieter aus Lohr mit der intelligenten Antriebsgeneration „IndraDrive“. Sie unterstützt neben Sercos-Interface auch die gängigen Feldbussysteme wie Profibus, Profisafe, CANopen, DeviceNet sowie Analog- und Parallel-Interfaces. Mit mehr als 100 integrierten Technologiefunktionen setzt „IndraDrive“ Maßstäbe für dezentrale Intelligenz. So haben die Antriebe integrierte Sicherheitsfunktionen für den „sicheren Halt“ und die „sichere Bewegung“. Diese nach EN-954-1, Kategorie 3 zertifizierte Technologie ermöglicht die Einhaltung der europaweiten Sicherheitsvorschriften – ohne zusätzliche Hardware oder den Umweg über die Steuerung. Gerade im Handling-Bereich, bei dem Bediener häufig eingreifen müssen, erhöhen diese Funktionalitäten die Arbeitssicherheit bei gleichzeitigem Zeitgewinn. (gm)

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