Antriebs- und Steuerungstechnik für Hochleistungs-RBG

Dynamik geht ganz leicht

Das Hochleistungs-Regalbediengerät Viaspeed von Viastore beschleunigt in den Regalgassen schnell auf hohe Fahrgeschwindigkeiten. Die notwendige Dynamik liefert eine energieeffizient konzipierte Antriebs- und Steuerungstechnik von Lenze.

Hochleistungs-Regalbediengerät Viaspeed: besonders dynamisch durch Antriebs- und Steuerungstechnik von Lenze.

„Unsere Kunden kaufen kein Regalbediengerät – schon gar keine Antriebstechnik“, sagt Christoph Hahn-Woernle, Geschäftsführender Gesellschafter von Viastore. „Unsere Kunden kaufen Zuverlässigkeit, mehr Picks, Verfügbarkeit, Bestandssicherheit. Sie kaufen höhere Liefertreue und Lieferfähigkeit.“ Außerdem sei auch die Energieeffizienz in der Intralogistik immer ein Thema. Gespart wird dabei hauptsächlich aus Kostengründen. „Wenn wir es hier mit ROI-Zeiten von zehn bis 15 Jahren zu tun hätten, würde die Bereitschaft merklich abnehmen“, gibt Hahn-Woernle zu bedenken.

Das Unternehmen hat mit etlichen Maßnahmen den Energiebedarf der neuen Regalbediengeräte (RGB) für automatische Kleinteilelager (AKL) senken können, an vorderster Stelle mit konstruktiven Optimierungen und der Verwendung von Verbundwerkstoffen statt Stahl. Beides macht die Gerätekonstruktionen leichter, senkt somit die anzutreibende Masse und ermöglicht den Einbau kleinerer Antriebsachsen. „Der neue Viaspeed wiegt nur noch gut ein Drittel im Vergleich zu seinem Vorgänger“, erläutert Nicole Riegler-Kurz, Ressortleiterin RBG bei Viastore. Die erheblich reduzierte Last macht bei der neuen Generation der RBG hohe Beschleunigungswerte möglich – wegen der niedrigeren Massenträgheit und im Zusammenspiel mit den Lenze-Sychronservomotoren der MCS-Reihe. Die Fahrachse bringt es mit drei Meter pro Quadratsekunde in noch nicht einmal zwei Sekunden auf die Betriebsgeschwindigkeit von sechs Meter pro Sekunde. Die Hubwerke beschleunigen mit der gleichen Kennzahl auf maximal drei Meter pro Sekunde. Diese Eckdaten sind die Grundlage, um vor allem bei den logistischen Schnelldrehern die Produktivität zu steigern – ohne höheren Energieverbrauch.

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„Unsere Kunden kaufen Verfügbarkeit und keine Notfallszenarien“

Kernelement der Antriebselektronik sind Lenze-Servoregler der Reihe Servo Drives 9400. Zu den wesentlichen Merkmalen zählt die in die Umrichter integrierte Ablaufsteuerung. Die Servo Drives 9400 sind in der PLC-Ausbaustufe als in sich geschlossene Lösung in der Lage, zentrale Steuerungsfunktionen eigenständig zu übernehmen. Die Programmierung mit dem PLC-Designer erfolgt in den standardisierten Sprachen der IEC 61131-3. Die komplette Antriebs- und Ablaufprogrammierung ist auf einem steckbaren Speichermodul abgelegt. Die Trennung von Hard- und Software erhöht zum Beispiel bei einem Gerätetausch im erheblichen Umfang die Verfügbarkeit, weil das vorhandene Modul einfach in das Gehäuse gesteckt wird. Ein weiterer Pluspunkt: Da das Speichermodul alle Informationen über den erforderlichen Funktionsumfang enthält und den Antrieb entsprechend konfiguriert, muss nur noch ein Antriebstyp bevorratet werden. Die Kosten für Wartung und Ersatzteilhaltung reduzieren sich.

Hier zählt nur die reine Funktion

Für Viastore erschließen sich durch die drive-based Automation höhere Freiheitsgrade bei der Steuerungstechnik. Zum Hintergrund: OEM sehen sich regelmäßig mit unterschiedlichen Präferenzen innerhalb regionaler Märkte konfrontiert; für Maschinenbauer ziehen Systemanforderungen auf Kundenseite einen enormen Aufwand an Softwareengineering, Anpassungen, Schulungen und Materialbevorratung nach sich. Bei der drive-based Automation von Lenze wiederum zählt nur die reine Funktion - es gibt keine Diskussion mehr zur Steuerung. Die RGB lassen sich jetzt mit einem einzigen, weltweit einsetzbaren Schaltschrank ausrüsten, samt der dafür notwendigen Zertifikate wie etwa UL. Die Kompetenz von Lenze bei der antriebsbasierten Automation sowie die Erfahrung in vergleichbaren Anwendungen im Segment der RGB war mit ausschlaggebend bei der Lieferantenauswahl bei Viastore.

Viaspeed lässt sich in der Praxis durch unterschiedliche Lastaufnahmemittel flexibel einsetzen. Beispielweise ist die mehrfach tiefe Lagerung von bis zu vier Ladeeinheiten möglich. Ebenfalls variabel ist die Ladeeinheit selbst. Neben Behältern können auch Kartons oder Tablare gehandhabt werden. Die dynamischen Regalbediengeräte werden wegen ihrer geringen Geräuschemission und ihrer hohen Verfügbarkeit gerne auch in Produktions- und Fertigungsprozess integriert.

pb

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