Antriebstechnik

Rückblick und Ausblick

40 Jahre Getriebebau Nord
Das Unternehmen begann im Jahre 1965 mit der Herstellung von Getriebegehäusen und Flanschen und zählt heute mit ihren Getriebemotoren und Umrichtern zu den führenden Anbietern im Bereich der dezentralen Antriebstechnik.

Nach den ersten Schritten mit der Herstellung von Gehäusen, Wellen und Flanschen wurde die Produktion zunächst um eine eigene Zahnradfertigung erweitert. In den Achtzigerjahren wurde dann auch die Antriebselektronik selbst gefertigt. Mit dem Bau eigener Elektromotoren in den Neunzigern erreichte das Produktspektrum schließlich die gesamte Breite der Antriebstechnik. In vielen Bereichen setzte Nord dabei technologische Meilensteine. Dazu zählt beispielsweise das Blockgehäuse, das 1981 den Getriebebau revolutionierte: Ein einziger Gehäusegussblock, in den alle Lagerstellen integriert waren, löste die vorher üblichen zwei Halbschalen ab. Mit der neuen Konstruktion verschwanden drehmoment- und querkraftbelastete Dichtflächen. In der Elektronik gab es ähnliche Ingenieurleistungen, wie die Entwicklung eines eigenen Servoreglers: Der Nordak SK 1000E gehört seit der Markteinführung zu den schnellsten Modellen – und zu den technologisch führenden. Seine Leistungsfähigkeit verdankt er einem Hardware-Design, das der herkömmlichen Architektur überlegen ist und auf einem einzigen DSP-Chip basiert.

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In Deutschland wurden neben dem Stammsitz auch Niederlassungen in den Nachbarregionen etabliert, zum Beispiel die Frequenzumrichterproduktion im niedersächsischen Aurich oder das Werk in Gadebusch in Mecklenburg-Vorpommern. Auch die Auslandsvertretungen orientieren sich an dieser Unternehmenskultur – von den ersten Töchtern, die 1979 in den USA, Schweden und Frankreich gegründet wurden, bis zu den jüngsten Einrichtungen in Asien. Nord besitzt heute mehrere Dutzend Fertigungs- und Montagestätten weltweit, die zu Niederlassungen in derzeit 28 Ländern gehören. Systematisch wurde dabei antizyklisch investiert, was sich gerade in den letzten Jahren bezahlt gemacht: 2004 etwa legte der Umsatz bei NORD prozentual zweistellig auf cirka 200 Millionen Euro zu.

Die Ausweitung der Kapazitäten und der Expansionskurs werden zurzeit mit großen Investitionen forciert. In Bargteheide geht pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum der Unternehmensgründung ein großes Hochregallager neu in Betrieb. Die damit frei werdende Fläche im Hauptwerk kann nun als dringend benötigter zusätzlicher Montage- und Fertigungsbereich genutzt werden. In Italien wurde im vergangenen Jahr ein 10.000 m² großes neues Motorenwerk eröffnet. Nicht nur die Forschungs- und Entwicklungsarbeit wird in Europa und speziell in Deutschland langfristig konzentriert bleiben: Auch in den Fertigungsstätten gewährleisten qualifizierte Mitarbeiter an Spezialmaschinen die hohe Verarbeitungsqualität, die Grundlage der Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit aller Komponenten ist und damit den wichtigsten Wettbewerbsvorteil ausmachen. In den Fertigungszentren anderer Standorte weltweit werden überwiegend einfachere Montageschritte durchgeführt. Außerhalb Europas konzentriert sich die Expansion zuletzt besonders auf China. In Shanghai stehen Nord bald ebenfalls 10.000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Hinzu kommt eine weitere strategische Neugründung 2005 in Indien.

Branchen und Märkte des Unternehmens

Aktiv ist das Unternehmen in fast allen Industriezweigen, es gibt jedoch einige Schwerpunkte. Viele Antriebe werden beispielsweise in Chemie- und Pharmaanlagen sowie bei der Nahrungsmittel- und Getränkeherstellung eingesetzt. Gerade die Anforderungen dieser Kunden prägen die Produktentwicklung maßgeblich: Für die genannten Branchen werden beispielsweise öldichte hygienische Getriebemotoren gebaut. Dafür wird nicht nur auf spezielle Lacke und Schmierstoffe zurückgegriffen, es werden auch eigens Wellen aus besonderen Werkstoffen entwickelt. Zudem fordern Pharma- und Food-Anwendungen zum Teil spezifische Leistungsmerkmale. Für Kugelmühlen in Rührwerken beispielsweise werden Antriebsaggregate geliefert, die auf extrem hohe Drehzahlen ausgelegt sind. Neben der Mechanik muss auch das Elektronikprogramm für diese Anwendungen optimiert werden. Dosier- und Abfüllanlagen zum Beispiel gehören zu den wichtigsten Einsatzgebieten der Servoregler von Nord. Einige ihrer Technologiefunktionen wurden deshalb gezielt auf die Anforderungen der Branche abgestimmt. Ähnliches gilt auch für Frequenzumrichter zur Pumpenregelung.

Ein zweiter wichtiger Markt ist die Automobilfertigung mit ihrem sehr breiten Spektrum an Antriebsaufgaben. Die Antriebstechnik für diesen Sektor umfasst sowohl hochintelligente Elektronik für Positionieraufgaben oder Bearbeitungsanwendungen – auch bei den Zulieferern – als auch robuste Nordac trio SK 300E-Systeme, die Getriebemotor und Frequenzumrichter kombinieren. In großer Zahl installiert sorgen derartige Einheiten zum Beispiel für die Zwischentransporte über Förderbahnen, die in der Automobilproduktion typisch sind. Gepäckförderanlagen an Flughäfen sind ein weiterer gängiger Einsatzbereich solcher integrierten Antriebe.

Dezentrale Antriebstechnik als Schwerpunkt

Eine kompakte Antriebseinheit aus Motor, Getriebe und Umrichter eignet sich besonders für den dezentralen Einsatz. Effizienz, gute Überlastreserven und mechanische Robustheit sind bei diesen Aggregaten in Schutzart IP 66 selbstverständlich. Umso entscheidender sind deshalb praxisorientierte Erleichterungen und Anwendungsoptimierungen, die meist direkt durch Kunden angeregt werden. Die Bandbreite reicht von Detailverbesserungen, beispielsweise verfeinerten Bremsfunktionen für sensible Hubwerke, bis hin zu Erweiterungen mit höchstem Nutzwert für den Alltag in der Produktion. Ein Beispiel sind Potentiometer für den Handbetrieb, die auf Wunsch als Drehregler am Umrichter erhältlich sind. Für dezentrale Antriebsanwendungen wurde um die so genannten trio-Einheiten das Produktprogramm Nordac-Da geschaffen, das Antriebe unterschiedlicher Art mit Steuerungslösungen nach Bedarf anbietet. So sind zum Beispiel vollintegrierte Systeme mit Motorschalter im Klemmenkasten des Motors erhältlich, die sich per Profibus DP, ASInterface, Interbus oder DeviceNet oder einfach über ein 24 Volt Signal ansteuern lassen. Darüber hinaus stehen auch Getriebemotor-Umrichter-Kombinationen zur Verfügung, bei denen die Einzelantriebe an Feldverteiler angeschlossen werden, die ihrerseits mit dem Bussystem verbunden sind. In den Verteilern sind die I/O-Baugruppen für Sensoren und Aktoren untergebracht, dazu je nach Installationstyp integrierte Motor- und Reparaturschalter oder zusätzlich integrierte Umrichter. Gemeinsam ist allen Varianten der durchweg geringe Verdrahtungs- und Installationsaufwand und vor allem die einfache Handhabung der Antriebe: Im Leistungsbereich bis 7,5 kW zum Beispiel gibt es alle Komponenten in steckbaren Ausführungen – sie lassen sich jederzeit schnell und bequem wechseln.

Das vertiefte und erweiterte Programm explosionsgeschützter Motoren und Getriebe steht auch auf der Hannover Messe 2005 im Mittelpunkt des Auftritts. Seit Jahren bereits zählt das Ex-Schutz-Know-how im Unternehmen zu den wichtigsten Kompetenzfeldern. Die ATEX-Richtlinien fordern seit einiger Zeit strikten Explosionsschutz auch für so genannte nichtelektrische Geräte wie Getriebe. Gerade hierzu besteht weiterhin hoher Aufklärungsbedarf. Namentlich Staub-Ex-Risiken sind nach wie vor Neuland für viele Anwender. Hier ist Beratung gefragt, die einerseits grundsätzlich klärt, wie die Gefahren bei der Antriebsmechanik einzuschätzen sind, und anschließend konkrete Antriebsalternativen für spezifische Anwendungsfälle http://vorstellt.st

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