Absauganlagen

Frischer Wind mit Industrie 4.0

Kommunikation mit Absauganlagen. Bearbeitungsmaschinen und Absauganlagen in den Fertigungshallen von Festo sind gut vernetzt. Permanentes Monitoring der Anlagenparameter macht einen optimalen Betrieb sowie eine vorausschauende Instandhaltung möglich. Zusätzlich verbessert ein neues Absaugkonzept die Hallenluft.

Zukunftsweisend: In der Festo-Technologiefabrik kommunizieren Bearbeitungsmaschinen mit Absauganlagen. (Bild: Festo)

In der 66.000 Quadratmeter großen Technologiefabrik von Festo, dem führenden Werk des Unternehmens für die Fertigung von Ventilen, Ventil-inseln und Elektronik, sollen Maschinen in Zukunft internetgestützt mit Beschäftigten und untereinander kommunizieren, so die Abläufe verbessern und die Verfügbarkeit der Anlagen steigern. Kurzum: Industrie 4.0. Die ersten Ansätze dazu sind in Scharnhausen bereits realisiert und sichtbar. Ein Beispiel dafür ist die Absaugung an den mehr als 100 Bearbeitungsmaschinen. Damit die Maschinen die Werkstücke qualitativ hochwertig bearbeiten können, müssen Kühlschmierstoffnebel und Stäube aus der Bearbeitungskabine entfernt werden und ein Luftwechsel in einer bestimmten Frequenz gegeben sein. Dieses Luftvolumen muss der Abscheider zuverlässig absaugen. „Unsere Bearbeitungsmaschinen kommunizieren mit der Absauganlage und würden ihre Arbeit einstellen, wenn die Absaugleistung den definierten Toleranzbereich verlässt“, berichtet Stefan Baizert, Projektleiter aus dem Bereich Technologiemanagement. Das jedoch sollte nie vorkommen. „Ein Maschinenstillstand hat weitreichende Konsequenzen für die komplette Produktion, könnte Lieferschwierigkeiten auslösen und bedeutete herbe finanzielle Einbußen.“

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Gemeinsam mit den Experten von Keller Lufttechnik aus Kirchheim unter Teck entwickelte Festo daher ein intelligentes System. „Wir bauten ein permanentes Monitoring der Anlagen auf. Das System schlägt rechtzeitig Alarm, wenn Parameter bestimmte Grenzwerte über- oder unterschreiten“, erläutert Marcus Kraus von Keller Lufttechnik. Im Moment laufen die Daten noch allein bei Festo auf. In Zukunft soll das System internetbasiert auch den Fachleuten bei Keller Lufttechnik zugänglich sein. Instandhaltung und Wartung lassen sich durch eine solche Überwachung vorausschauend planen.

Aus Sicht der Beschäftigten in der Fertigung ist die hervorragende Luftqualität in der Halle einer der größten Pluspunkte der neuen Fabrik. Im alten Werk hielt Festo zwar ebenfalls alle vorgeschriebenen Grenzwerte ein, doch die Hallenluft roch nach Kühlschmierstoffen. Das sollte in der neuen Fabrik anders werden. Festo entschied sich, auf eine zentrale Absaugung mit Fortluftbetrieb umzustellen. Mit Keller realisierte das Unternehmen insgesamt zwanzig Prozessabsauganlagen, die jeweils zentral zehn bis zwölf Maschinen absaugen und die gefilterte Luft ins Freie führen. Mit der Entscheidung, die Absaugung in der Fertigung auf Fortluftbetrieb umzustellen, gingen auch Herausforderungen einher. Die Planer der neuen Fabrik mussten meterlange Rohrleitungen, die die Bearbeitungsmaschinen mit den Abscheidern verbinden und von dort ins Freie führen, so unterbringen, dass sie auch optisch möglichst wenig störten. Ein neues Brandschutzkonzept war ebenfalls fällig, denn durch die Rohre könnten sich im Ernstfall Brände ausbreiten. „Mit Teamgeist und Humor haben wir gemeinsam gute Lösungen erarbeitet“, erinnert sich Baizert. as

Intec, Halle 3, Stand F05

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