Platz 1, Kategorie 2: Automatisierung und Robotik

Kommissionier-Roboter Toru

Stückgenaues Handling

Dieser Roboter kann in Echtzeit selbstständig seine Umgebung wahrnehmen und interpretieren und einen bestellten Gegenstand lokalisieren, identifizieren und greifen. Toru von Magazino belegt den ersten Platz in der Kategorie „Automatisierung und Robotik“. Der Bedarf an Automatisierung in Logistikzentren ist groß, denn der Bereich E-Commerce wächst mit der fortschreitenden Digitalisierung kontinuierlich. Nicht nur in diesem Geschäftsbereich braucht man am Ende ein einzelnes Objekt und keine ganze Palette oder Ladungsträger.

Da die Roboter dank Sicherheitssensoren auch parallel zum Menschen arbeiten können, sind abgesperrte Bereiche nicht nötig. Die Roboter sind auch im laufenden Betrieb integrierbar. (Bild: Magazino)

In Deutschland werden pro Jahr knapp 2,8 Milliarden Euro für das Picken von Artikeln aus Warenlagern ausgegeben – das entspricht rund 55 Prozent der gesamten Lagerhaltungskosten. Beim klassischen Kommissioniervorgang läuft ein Mitarbeiter durch das Lager und sammelt die bestellten Artikel aus den entsprechenden Fachbodenregalen nach einer Papierliste ein. Um den Kommissionierer zu unterstützen, greifen Anwender auf technische Hilfsmittel wie mobile Datenterminals (MDE), Voice-Anwendungen oder Datenbrillen zurück; allerdings sind diese Mensch-zu-Ware-Systeme oft zeitaufwendig, teilweise fehleranfällig oder setzen den Menschen unter (körperlichen) Leistungsdruck. Automatisierte Ware-zu-Mensch-Systeme, die darauf basieren, dass ganze Ladungsträger wie Kartons oder Paletten automatisch zum Mitarbeiter gebracht werden, verbessern die Prozesse nur bedingt. Denn auch hier sind es Menschen, die am Ende das einzelne Produkt entnehmen. Zudem sind die Systeme wenig flexibel und mit hohen Investitionskosten verbunden.

Magazinos neuste Entwicklung, der intelligente Kommissionier-Roboter Toru, füllt genau diese Lücke, indem er hohe Flexibilität und Leistungsfähigkeit vereint. Anstatt die Ware zum Menschen zu bringen, fährt der autonome Roboter zum Regal und entnimmt selbstständig das gewünschte Objekt. Da seine Umgebung dynamisch ist, plant der Roboter seine Bewegungen in Echtzeit und kann somit auf unvorhersehbare Ereignisse und Fehler reagieren. Das Stückgut wird von Toru zunächst mittels 2D- und 3D-Kameras identifiziert und lokalisiert, mit einem adaptiven Greifarm gegriffen und schließlich an seinem Bestimmungsort abgelegt. Mit dem stückgenauen Handling wird eine der bedeutendsten Lücken in der Automatisierung geschlossen. Pick-by-Robot ist ein System, das vollständig automatisiert funktioniert und den Parallelbetrieb mit Menschen ermöglicht. Dadurch lässt sich das System flexibel einsetzen und in das bestehende Warensystem integrieren sowie den sich ändernden Bedingungen anpassen. Sind die Roboter in einem Lager erst einmal integriert, lassen sich leicht weitere Roboter hinzufügen, um die Gesamtleistung zu erhöhen. pb