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Jahresbeginn 2016 wurde Professor Oliver Kraft neuer Vizepräsident für Forschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Was er vorhat, erfragte Chefredakteurin Petra Born exklusiv für handling.

Exklusiv-Interview mit Professor Oliver Kraft, Vizepräsident für Forschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).Maßgebliche Beiträge bei Energie, Mobilität und Information

Zum Jahresbeginn 2016 wurde Professor Oliver Kraft neuer Vizepräsident für Forschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Was er vorhat, erfragte Chefredakteurin Petra Born exklusiv für handling.

Professor Oliver Kraft, Vizepräsident für Forschung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)

handling: Herr Professor Kraft, zunächst gratulieren wir zum Vizepräsidentsposten beim KIT! Es ist „Die Forschungsuniversität in der Helmholtz-Gemeinschaft“. Als Ressortzuständiger für die Forschung haben Sie jetzt eine Schlüsselposition inne. Was war Ihre erste Amtshandlung?

Prof. Kraft: Eine erste Amtshandlung gab es in dem Sinne nicht, aber ich hatte die Gelegenheit, mich mit meinem Vorgänger zu wichtigen aktuellen Vorgängen und Entwicklungen auszutauschen. Es ist wichtig, dass wir einen bestmöglichen fließenden Übergang schaffen. Das KIT hat sich in seiner erst kürzlich verabschiedeten Dachstrategie KIT 2025 herausfordernde Ziele gesteckt, die wir nun in den kommenden Jahren verfolgen werden. Dabei kommt es weniger auf die eine erste Amtshandlung als vielmehr auf die vielen kleinen und großen Handlungen an, die uns gemeinsam voranbringen.

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handling: Wie muss das KIT aufgestellt sein, um beim nationalen und internationalen Wettbewerb der Forschungs- und Lehreinrichtungen eine maßgebliche Rolle zu spielen?

Prof. Kraft: Das hat viele Facetten, und dabei steht die wissenschaftliche Exzellenz sicherlich immer an erster Stelle. Ich möchte aber einen anderen Punkt herausgreifen und zwar den wissenschaftlichen Nachwuchs. Im Wettbewerb um die besten Köpfe müssen wir zeigen, dass junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausragende Karrieremöglichkeiten am KIT haben und diese immer weiterentwickeln.

handling: In diesem Jahr 2016 steht der Nachfolgewettbewerb der Exzellenzinitiative an. Was bedeutet das für das KIT konkret, und was ist dabei Ihre Aufgabe als Vizepräsident für Forschung?

Prof. Kraft: Leider ist noch nicht klar, wie die genauen Förderformate in diesem Wettbewerb aussehen, so dass wir noch nicht konkrete Anträge ausarbeiten können. Aber die Vorbereitungen laufen natürlich, und wir identifizieren Themen, mit denen wir antreten möchten.

handling: Es heißt, dass für den Strategieprozess ‚KIT 2025‘ die Forschung des KIT noch enger verzahnt und strategisch ausgerichtet werden soll. Was heißt das genau?

Prof. Kraft: Wir verfolgen das Ziel, herausragende Leistungen von den Grundlagen bis zur Anwendung auf einer breiten disziplinären Basis in den Natur-, Ingenieur, Wirtschafts-, sowie Sozialwissenschaften zu erbringen, weshalb wir neben Forschung und Lehre auch die Innovation in der Mission des KIT verankert haben. Dabei richten wir das Profil des KIT in Bezug auf die globalen Herausforderungen der Menschheit aus und wollen maßgebliche Beiträge in den Feldern Energie, Mobilität und Information leisten.

handling: Sie sind nun im dritten Jahr im Präsidium der international renommierten Materials Research Society und kommen weltweit mit Werkstoffwissenschaftlern zusammen. Welche Erkenntnisse bringen Sie aus diesen Gesprächsrunden mit?

Prof. Kraft: Dass es bei allem Wettbewerb zwischen den Volkswirtschaften letztlich gemeinsamer Anstrengungen bedarf, die drängenden Probleme der Menschheit zu lösen und dass die Wissenschaft Vorreiter dabei sein muss. Die MRS spielt hier eine gute Rolle, da sie als internationale Gesellschaft zwar ihren Sitz in den USA hat, aber die Hälfte der Mitglieder aus anderen Ländern stammen.

handling: Darf der Maschinenbau für energieeffiziente Komponenten und Anlagen für die Produktion der Zukunft neue Werkstoffe erwarten? Wie sehen die aus?

Prof. Kraft: Materialentwicklungen sind in der Regel eher evolutionär als revolutionär. Was ich damit sagen will ist, dass viele Materialentwicklungen bestehende Technologien besser und effizienter machen, aber nicht unbedingt zu ganz neuen Produkten führen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass wir es schaffen müssen, die Entwicklungszeiten zu reduzieren, das heißt neue oder weiterentwickelte Materialien schneller in die Anwendung zu bekommen.

Herr Professor Kraft, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg!

Professor Dr. Oliver Kraft – zur Person:

Oliver Kraft, Jahrgang 1964, studierte und promovierte an der Universität Stuttgart in Werkstoffwissenschaft. Er war Gastwissenschaftler im Department of Materials Science and Engineering der Stanford University/USA und arbeitete als Gruppenleiter im Themengebiet „Verformungsmechanismen in dünnen Metallschichten und kleinen Volumen“ am Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart. Seit 2002 ist er Professor und Institutsleiter am heutigen Institut für Angewandte Materialien des KIT. Kraft ist wissenschaftlicher Koautor von mehr als 200 Artikeln und leitete von 2006 bis 2011 als Sprecher einen Sonderforschungsbereich. Von 2006 bis 2009 war er Vorsitzender bzw. stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlich-Technischen Rats des früheren Forschungszentrums Karlsruhe. Seit 2012 ist er Co-Sprecher des Helmholtz-Programms „Science and Technology of Nanosystems“. Anfang 2012 trat er die Robert-Bosch-Stiftungsprofessur für Nanostrukturierte Funktionsmaterialien am KIT an. Seit 2015 ist Kraft zudem Präsident der international renommierten Materials Research Society und seit 01.01.2016 Vizepräsident für Forschung des KIT.

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