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Grundstein für energieeffiziente ModellfabrikETA-Fabrik auf dem Campus Lichtwiese

Der Grundstein für die ETA-Fabrik an der TU Darmstadt ist gelegt. Damit ist ein weiterer "Meilenstein" auf dem Weg zur energieeffizienten Fabrik geschafft. Die gemeinsame Anstrengung, um den 60 Kilgrammo schweren Deckel auf den truhenartigen Grundstein mit Andenken an den Tag der Grundsteinlegung am 12. August 2014 zu hieven, steht in gewisser Hinsicht symbolisch für das Gesamtprojekt. Denn an der TU Darmstadt entwickelt eine interdisziplinäre Forschergruppe mit Experten auf den Gebieten Maschinenbau, Bauingenieurwesen und Architektur, unterstützt von zahlreichen Industriepartnern, eine hoch-energieeffiziente Modellfabrik, die "ETA-Fabrik". Sie umfasst alle Stufen der industriellen Fertigung. Von den Maschinen bis zur Gebäudeausrüstung und Gebäudehülle ist alles darauf ausgerichtet, Energie optimal zu nutzen und den Energiebedarf zu senken. Dabei sind die einzelnen Elemente auch vernetzt. So soll beispielsweise die Abwärme von Werkzeugmaschinen in der 550 Quadratmeter großen Maschinenhalle dazu dienen, weitere Anlagen mit Wärme zu versorgen oder die Halle zu beheizen. Die ausgeklügelten Werkstoffe in der mit Kapillarmatten durchzogenen Fassade interagieren gleichsam mit der Außenwelt, so dass möglichst energiearm geheizt oder gekühlt werden kann. Auch die Teilsysteme Maschine, technische Infrastruktur und Gebäude sind hinsichtlich der Energieeffizienz optimiert, die Gebäudekonstruktion ist vollständig recyclebar.

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Grundstein für energieeffiziente Modellfabrik: ETA-Fabrik auf dem Campus Lichtwiese

Dahinter steckt die Idee, verborgene Einsparmöglichkeiten zu erschließen. Energieeffizienz in der Industrie bietet ein bisher kaum beachtetes Potenzial, das aber bei steigenden Energiepreisen und zunehmendem Kostendruck zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor wird. Zusätzlich 15 bis 20 Prozent lassen sich mit dem integrierenden, ganzheitlichen Ansatz der ETA-Fabrik gegenüber der Optimierung einzelner Komponenten an Energie einsparen. Die Erkenntnisse und Erfahrungen, wie man eine solche Fabrik gestaltet, wird die TU in die Wirtschaft zurückspielen.

Themenschwerpunkt Energie

An der TU Darmstadt ist das Projekt gut aufgehoben, wie TU-Präsident Prömel in seinem Grußwort sagte. Energie sei seit langem ein zentrales Schwerpunktthema an der TU; der Gedanke von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sei raumgreifend in allen Bereichen der TU, von der eigenen Infrastruktur bis hin zu Forschung und Lehre. Die ETA-Fabrik passt hervorragend in dieses Gefüge.

Die Federführung des Projektes liegt beim Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der TU Darmstadt. Institutsleiter Eberhard Abele erinnerte an den achtjährigen Werdegang der ETA-Fabrik. Die ersten Ideen dazu entsprangen dem Sonderforschungsbereich "Entwicklung umweltgerechter Produkte". Voraussichtlich im Herbst 2015 soll die ETA-Fabrik eröffnet werden. Abgeschlossen wird das Projekt dann aber nicht sein, wie Abele betonte. "Wir haben hier ein tolles Instrument für Forschung und Forschungstransfer. Die ETA-Fabrik wird kein singuläres Element bleiben. Das Projekt ist ausbaufähig."

Projektpartner freuen sich auf nächsten Abschnitt

Stellvertretend für das Konsortium an Industriepartnern überbrachten auch Vertreter von Bosch Rexroth und der Firma Viessmann ihre Glückwünsche. Man freue sich auf die nächste Phase der intensiven Zusammenarbeit. Die kann nach der heutigen Grundsteinlegung beginnen.

Architektur-Professorin Anett-Maud Joppien beschrieb den Neubau als "zukunftsorientierte Industriearchitektur". Joppien, die mit Professor Jens Schneider (Institut für Werkstoffe und Mechanik im Bauwesen) und Dipl.-Wirtsch.-Ing. Martin Beck (PTW) die ETA-Fabrik im Detail vorstellte, hob die "vorbildhafte Zusammenarbeit" aller Beteiligten hervor. Ein solcher interdisziplinär integrativer Prozess mit völlig neuen Projekt- und Kommunikationsstrukturen habe Modellcharakter.

Als die Entwicklung der ETA-Fabrik begann, rückten die Energie und die Energiewende erst langsam ins Bewusstsein der Gesellschaft. Dr. Hans-Christoph Wirth vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstrich die Vorreiterrolle der TU auf diesem Sektor: "Forschung und Entwicklung sind der Schlüssel, das Energiesystem der Zukunft überhaupt bauen zu können. Das innovative Umfeld hier hat beinahe die politischen Ereignisse vorweggenommen und vorhergesehen". pb

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