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Heben und BewegenRücken schonen!

Die Crux mit dem Kreuz
Heben und Bewegen: Rücken schonen!
Die Gesundheit der Mitarbeiter erhalten. Welcher Arbeitgeber möchte das nicht? Die Frage ist nur, warum so wenig in ergonomische Arbeitsmittel investiert wird? Ein Hersteller aus Bielefeld handelte. Er ließ seinen Hubtisch von einer unabhängigen Gemeinschaft prüfen, bewerten und mit einem Gütesiegel versehen.

Rückenprobleme – etwa achtzig Prozent der Bevölkerung kennen das. Ein ziehender oder stechender Schmerz, meist in der Lendenwirbelgegend. Die Ursachen sind vielfältig, es kann zum Beispiel am falschen Arbeitsgerät liegen. Sei es der schlecht eingestellte Bürostuhl, der starre Schreibtisch oder das unflexible Hebe- und Hubgerät. In fast allen Bereichen des täglichen (Beruf-)Lebens sieht der Fachmann Mängel bezüglich der Ergonomie von Arbeits- und Alltagsgeräten. Daraus resultieren dann nicht selten Rückenschmerzen. Die häufigsten Gründe dafür sind einseitige Belastungen durch falsche Bewegungen oder ein Fehlverhalten, hervorgerufen von nicht ergonomischen Geräten. Dadurch werden Bänder, Sehnen und Muskeln falsch beansprucht, das führt zu Verspannungen und den – leider allzu bekannten – Schmerzen im Kreuz.

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(Er)hebende Maßnahmen

Ein Produkt das hinsichtlich Ergonomie bisher wenig Beachtung fand, ist der Hubtisch. Hier, wo die einseitige körperliche Belastung besonders hoch ist, hat sich das Unternehmen Flexlift aus Bielefeld Gedanken gemacht. Die Frage war: Wie kann der Werker eine schonende Arbeitsweise an den Tag legen? Der bereits seit Jahren erfolgreich am Markt bestehende Flachform-Hubtisch ist im Laufe der Jahre nicht nur bedienerfreundlicher und sicherer, sondern auch ergonomischer geworden. Die Weiterentwicklung der FE Baureihe ist nun eine zusätzliche Erleichterung für den Arbeiter. War es bisher im Falle eines Falles notwendig, das doch recht schwere Hydraulikgerät per Hand zu heben und an einen anderen Platz zu bewegen, so ist das hier nicht mehr nötig. Am Kopfende angebracht, ist das Aggregat in den Tisch integriert und spart Platz. Der Steuerschalter zum Heben und Senken lässt sich um mehr als 180 Grad drehen, ist bedienerfreundlich in der richtigen Höhe platziert sowie zum Werker hingeneigt. Damit kann der Arbeiter den Hubtisch von drei Seiten bequem bedienen – ein Herüber- oder sonstiges Umgreifen entfällt. Wenn nötig, kann er die Ware auch am Kopfende entladen, da weil die Steuerhydraulik nicht höher als eine Palette ist und auch der Strom­anschluss von oben dabei nicht stört. In der Summe der Entwicklungen ein weiterer Schritt in Richtung Ergonomie.

Begriffsbestimmung

Was heißt eigentlich ergonomisch? Und wer legt fest, was ergonomisch ist und was noch nicht mal den Namen verdient? Um hier Klarheit zu bekommen, haben sich die Bielefelder Hebespezialisten an die Aktion Gesunder Rücken (AGR) gewand, um ihr Produkt mit einem Gütesiegel zu versehen. Damit möchten Sie dem Anwender mit einem unabhängigen Prüfsiegel zeigen, dass dieses Produkt gesundheitserhaltend ist. Die AGR arbeitet eng mit Medizinern, Physiotherapeuten, Krankengymnasten und Orthopäden zusammen. Durch dieses Netzwerk können sie ein Anforderungsprofil für ein Produkt entwickeln, dessen Kriterien sie dann bei der Prüfung zu Rate ziehen. Also, ob aus Sicht der Fachleute und Wissenschaftler die Konstruktion einen gesundheitserhaltenden beziehungsweise -fördernden Aspekt hat.

Wenig Akzeptanz

Obwohl Flexlift den Hubtisch schon im Jahr 2000 von AGR prüfen ließ, haben sie nach eigenen Angaben erst eine Markdurchdringung von cirka fünf bis zehn Prozent. Woher kommt diese geringe Zahl und warum gibt es so wenig Akzeptanz, wenn es um die eigene Gesundheit – beziehungsweise die der Mitarbeiter – geht? Die AGR hat unter anderem festgestellt, dass gerade im Werkstattbereich die Bereitschaft für Investitionen in gesundheitsgerechte Produkte sehr gering ist. Viele Controller und Manager scheuen sich in „nicht sofort sichtbare“ Maßnahmen zu investieren. Weit verbreitet ist die Denkweise: „Ich investiere nicht in etwas, was sich vielleicht erst in zehn Jahren amortisiert.“ Diese kurzfristige Betrachtungsweise ist in deutschen Unternehmen leider Usus. Dabei ist es mittlerweile durch wissenschaftliche Studien erwiesen, dass vorbeugende (Gesundheits-) Maßnahmen sich auch finanziell positiv niederschlagen, und das bereits nach zwei Monaten. Soll heißen, gesunde – weil ergonomische – Produkte können die Kosten senken. Dabei geht es nicht nur um die reinen Fehltage des Mitarbeiters; denn was ist mit den Folgekosten die oft nicht gesehen werden? Ein Mitarbeiter der wegen akuten Rückenschmerzen krank ist, ist bestimmt nicht nach kurzer Zeit schon wieder voll einsatzfähig. Reha-Maßnahmen und weitere Folgebehandlungen sowie zusätzliche Ausfallzeiten kommen hinzu.

Zuständigkeiten

Berufsgenossenschaften und Betriebsärzte sehen zwar das Problem, aber sie allein können es nicht lösen. Dazu muss ein Umdenken in den Köpfen vieler Entscheider stattfinden. Leider ist es oft so, dass Vorschläge und Verbesserungsmaßnahmen (aus Kostengründen) nicht genehmigt werden. Weiterhin gibt es Kompetenzgerangel seitens der Krankenkassen und Bundes- sowie Landesversicherungsanstalten, wer für ergonomische Maßnahmen in den Betrieben zuständig ist. Unabhängig von der Gesundheitsthematik, ist auch der Motivationsschub nicht zu verachten. Denn ein Angestellter der sieht, dass der Arbeitgeber etwas für ihn tut – also das zum Beispiel in ergonomisches Arbeitsgerät investiert wird – der geht gerne arbeiten, ist motiviert und allein schon deshalb weniger krank. Nicht zuletzt fällt die Leistungskurve eines Werkers im Laufe des Tages ab. Umso drastischer ist das, je mehr er körperlich schwer arbeitet. Dadurch sinkt die Konzentrationsfähigkeit und der Arbeiter macht Fehler. Die können im schlimmsten Fall zu Verletzungen führen was wiederum Ausfallzeiten – und Kosten – nach sich zieht.

Prestigesteigerung

Unter der Berücksichtigung aller Aspekte verwundert es doch, dass heutzutage in vielen Unternehmen noch immer eingefahrene Strukturen eine Modernisierung der Arbeitsmittel verhindern. Das wichtigste „Kapital“ einer Firma ist und bleibt der Mensch! Oft heißt es zwar, ein Roboter erledigt die Arbeit ohne zu klagen und wird auch nie krank. So weit, so gut. Aber möchten Sie nur noch Maschinen und Automaten um sich haben? Mit wem kann man dann noch reden, Gedanken austauschen und wer bringt Innovationen und neue Ideen in den Berufsalltag? Trotz aller Technik – der Mensch bleibt das Maß aller Dinge.

Die Hebespezialisten aus Bielefeld überlegten, was sie tun können um die oben angeführten Missstände zu verringern. Eine Antwort sind die Entwicklungsmaßnahmen und Investitionen in die Hubtischbaureihe. Denn – seien wir ehrlich – das steigert nicht nur den Umsatz, sondern auch das Prestige eines Unternehmens. Zögern Sie also nicht und informieren Sie sich (zum Beispiel bei der AGR) über ergonomische Produkte. Das allein verursacht noch keine Kosten, im Gegenteil, es kann einiges Einsparen und zwar schon in der allernächsten Zukunft. Nicht nur die Mitarbeiter werden es Ihnen danken. Guido Matthes

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