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Blickle: Unter dem Strich rechnen sich auch teure Rollen und Räder

Blickle: Unter dem Strich rechnen sich auch teure Rollen und RäderZehn neue Lösungen am Tag

Mit dem Antriebssystem EA 1, Preisträger beim handling award 2015, ist Blickle, Räderfabrikant von der Alb, aus seinem Tätigkeitsfeld herausgetreten. Es entstand ein Produkt, „das es so bislang im Markt nicht gibt“, wie Vertriebschef Werner Herre im Gespräch mit Bernd Waßmann feststellt.

Blickle: Unter dem Strich rechnen sich auch teure Rollen und Räder: Zehn neue Lösungen am Tag

Ein Blick in den Katalog von Blickle offenbart mehr als 30.000 Rollen. Wenn man so will: ein umfangreiches Angebot. Nun der Start in die Antriebstechnik. Was treibt Blickle an?

Die Spezialisierung auf das Produktsegment Räder + Rollen steht auch weiterhin im Mittelpunkt unserer strategischen Ausrichtung. Wir sehen auf der ganzen Welt noch großes Potenzial für unsere Lösungen für die Intralogistik, Maschinenbau, Fördertechnik und Medizintechnik. Mit dem Antriebssystem EA1 reagieren wir auf die Anforderungen unserer Kunden nach einem modular aufgebauten Antriebskonzept für unterschiedliche Transportgeräte bis zu 2.000 Kilogramm Gesamtgewicht. Getreu unserem Firmenslogan „we innovate mobility“ haben wir mit dem EA1 ein Produkt entwickelt, das es bislang am Markt so nicht gibt.

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Sehen Sie die beim handling award prämierte Lösung als Innovationssprung in einen neuen Bereich oder als konsequente Fortschreibung des bisherigen Angebots?

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Das von handling prämierte System basiert auf intensiven Marktuntersuchungen. Gemeinsam mit Experten aus der Logistikplanung, der Arbeitssicherheit und mit Ergonomen entstand ein Konzept, das am Markt einzigartige Produktvorteile bietet. Bestandteil des Antriebssystems sind dabei bewährte Blickle-Produkte mit Alleinstellungsmerkmal, wie unsere Radserien Besthane und Besthane Soft. Diese Radserien tragen aufgrund Ihres sehr niedrigen Rollwiderstandes zur Energieeffizienz des Antriebssystems EA1 bei. Mit dem EA1 wollen wir unsere führende Marktposition bei Rädern und Rollen für den innerbetrieblichen Transport weiter ausbauen.

Für welche Einsatzbereiche ist die Anfahrhilfe zunächst entwickelt worden?

Das Antriebssystem EA1 kann überall dort eingesetzt werden, wo schwere Lasten bis zu zwei Tonnen von einem Mitarbeiter sicher und gesundheitsschonend mit einem Transportwagen bewegt werden sollen. Es lässt sich aber auch gut in bestehende Logistikkonzepte, zum Beispiel Routenzugkonzepte integrieren. In Zeiten von Fachkräftemangel und zunehmend auch älteren Mitarbeitern in der Produktion gewinnt das Thema Gesundheitsvorsorge und Effizienz beim innerbetrieblichen Warentransport zunehmend an Bedeutung. Das EA1 kann hier in vielen Industriebetrieben dazu beitragen, krankheitsbedingte Ausfallzeiten zu minimieren und Kosten in der innerbetrieblichen Logistik zu senken.

Gehen die Gedanken bei Blickle weiter? Zum Beispiel in Richtung von FTS?

Blickle bleibt Spezialist für die Herstellung von Rädern und Rollen. Wir werden auch weiterhin keine Transportgeräte herstellen und planen auch keinen Einstieg bei FTS-Geräten.

Die rekuperative Ladung der Batterie im Schleppbetrieb klingt innovativ. Wie alltagstauglich ist dieses Ladesystem im betrieblichen Einsatz? Muss die Anfahrhilfe weiterhin häufig mit der Steckdose gekoppelt werden?

Unsere Feldtests haben gezeigt, dass durch die Verwendung von Li-Ion-Akkus der neuesten Generation bis zu 500 Anfahrten mit einer Akkuladung möglich sind. Bei Einsatz im Schleppbetrieb können bei ausreichender Rekuperationsstrecke sehr lange Einsatzzeiten ohne Verwendung eines Ladegerätes erreicht werden. Dies hängt natürlich von den jeweiligen Einsatzbedingungen ab, die wir gemeinsam mit unseren Kunden aufnehmen und dann konkrete Empfehlungen geben.

Wenn man so will, ist es ihr Geschäft, das Rad täglich neu zu erfinden. Wo stecken die Herausforderungen der industriellen Anwender?

Mobilität ist heute in vielen Branchen wichtig. Entsprechend vielfältig sind die Anforderungen, die unsere Kunden an Räder und Rollen stellen. Das Spektrum reicht von Rollen mit hoher Tragfähigkeit bei gleichzeitiger Bodenschonung und geringem Rollwiderstand über Rollen, die elektrisch ableitend sind oder aber besonderen Umgebungseinflüssen Stand halten müssen, bis hin zu Rollen, die besondere Designansprüche erfüllen müssen.

Bei einem Angebot von rund 30.000 Rädern und Rollen lässt sich fast vermuten, die Standardlösung gibt es nicht.

Mit zirca 30.000 Standardprodukten bietet Blickle in der Tat ein sehr umfangreiches Programm an Rädern und Rollen. Dennoch schaffen wir für unsere Kunden jeden Tag acht bis zehn neue Lösungen. Durch die rationelle Fertigung von Komponenten in Großserie „Made in Germany“ können wir auch Sonderausführungen sehr flexibel und kostengünstig anbieten.

Das Rad ist also nicht unbedingt ein Billigteil, das Unternehmen genauso gut in Fernost kaufen können?

Wie in vielen anderen Branchen gibt es auch in unserem Segment Billiganbieter, die versuchen über den Preis Marktanteile zu gewinnen. Gerade in der industriellen Anwendung machen Kunden aber immer mehr eine Total-Cost-Betrachtung. Eine lange Produktlebensdauer, hohe Standzeiten, kurze Lieferzeiten und eine hohe Produktverfügbarkeit werden hierbei betrachtet. Blickle bietet hierbei ein sehr gutes Gesamtpaket, das sich unterm Strich für unsere Kunden rechnet.

Was, wenn wir mal ein Unternehmen mit Vertriebsstandorten in 16 Ländern so schlicht fragen dürfen, macht denn ein gutes Rad, eine gute Rolle aus?


Überall sind Produkte gefragt, die genau für den jeweiligen Einsatz optimale Produkteigenschaften mitbringen. Dies setzt voraus, dass nach modernsten Gesichtspunkten konstruiert wird und mit rationellen Fertigungsmethoden unter Verwendung gleichbleibend hochwertiger Rohstoffe produziert wird. Alle Blickle-Produkte werden zudem, bevor Sie an den Markt gehen, im eigenen Prüflabor auf Herz und Nieren geprüft und getestet.

Zum Ende letzten Jahres ging ein neues, wesentlich größeres Hochregallager hier in Rosenfeld in Betrieb. Das Geschäft hier auf der Alb brummt. 2014 ist das Unternehmen um 14 Prozent gewachsen. Geht es weiter so?

Blickle ist in den letzten Jahren überdurchschnittlich gewachsen. Mit inzwischen über 750 Mitarbeitern gehören wir zu den führenden Anbietern von Rädern und Rollen weltweit. Wir gehen davon aus, dass sich diese positive Entwicklung in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Durch umfangreiche Investitionen in neue Produkte, moderne Logistik, in Produktionsanlagen und in den Ausbau unserer globalen Vertriebsorganisation schaffen wir die Basis für weiteres Wachstum.

bw

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