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Shuttle-System - Mehr Kartons pro Kubikmeter

Shuttle-SystemMehr Kartons pro Kubikmeter

Shuttle-System Viaflex. Weisser Spulenkörper setzt für flexible, wirtschaftliche und effiziente Lösungen auf automatisierte Prozesse in Fertigung und Logistik. Im neuen Versandlager ist moderne Shuttle-Technik von Viastore eingesetzt.

Viaflex-Shuttles

Weisser Spulenkörper, gegründet 1922, beschäftigt am Stammsitz im württembergischen Neresheim rund 200 Mitarbeiter. Dort werden Spulenkörper und Gehäuse für Sensoren, Magnete, Transformatoren, Relais und Motoren gefertigt. Beim Versandlager nutzte Weisser die Chance, das alte manuelle Mann-zu-Ware-Konzept auf ein modernes automatisches Lagersystem umzustellen. „Die Anforderungen unserer rund 1.000 Kunden an Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Lieferungen sind sehr hoch“, betont Markus Trinkl, Leitung Service Verkauf bei Weisser. „Viele von ihnen haben fixe Versandtermine. Das heißt, die Waren müssen vollständig an einem bestimmten Tag in der Woche für den Versand oder die Abholung bereitstehen.“ Die Automatisierung der Intralogistik-Prozesse sollte die Qualität der Lieferungen weiter steigern. „Wir haben uns die verschiedenen Automatisierungskonzepte für Lager genau angeschaut und uns für die Shuttle-Technologie entschieden“, erzählt Geschäftsführer Manfred Starnecker. Mit der Realisierung des Lagers wurde Viastore beauftragt: Der internationale Anbieter von schlüsselfertigen Intralogistikanlagen und Software bietet automatische Lagersysteme auf Basis von Regalbediengeräten sowie das Shuttle-System Viaflex.

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Maximale Flexibilität und hohe Lagerdichte
Bei der Shuttle-Technologie wird die Ware über individuell angetriebene, energieautarke Wagen in das Lagerfach oder zum Übergabeplatz zur Kommissionierung gebracht. Die Shuttles fahren auf Schienen, die an jeder Regalzeile angebracht sind, und werden über Lifte auf die entsprechende Regalebene gehoben. Die Viaflex-Shuttles können darüber hinaus auch selbstständig die Regalgänge wechseln – ohne Umsetzer oder ähnliche Einrichtungen. Denn sie haben bis zu 90 Grad schwenkbare Räder und können so zum Beispiel über Weichen und Durchstiche in den Regalen in die nächste Gasse fahren. Damit ist auch eine Lagerlösung möglich, bei der sich das Regal an räumliche Gegebenheiten wie etwa Ecken oder Säulen anpasst. Dadurch kann jeder Quadrat- und Kubikmeter bestmöglich genutzt werden. Gerade die hohe Lagerdichte war für Weisser wichtig: Das neue Lager sollte möglichst nah an der vorhandenen Produktion angedockt werden. Dort stand aber nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung. Mit dem Shuttle-System lassen sich jetzt im vorhandenen Raum mehr Kartons unterbringen als mit anderen Lagertypen.

Weisser verpackt die Artikel in verschiedene Kartons mit jeweils maximalen Abmessungen von 600 mal 400 mal 460 Millimetern und 400 mal 300 mal 460 Millimetern. Das Teilespektrum reicht von kleinen 0,01 Gramm leichten Bauteilen bis zu 450 Gramm schweren Artikeln. Die Verpackungseinheiten werden so vorausgeplant, dass möglichst nur volle Kartons an den Kunden gehen. Die Shuttles nehmen die unterschiedlich großen Kartons durch Unterfahren auf. Zudem werden im Lager auch 600 mal 400 Millimeter große Boxen verfahren, die teilweise von Kunden beigestellt werden.

Energierückgewinnungssystemen

Vorteile der Shuttle-Technologie: geringer Energieverbrauch
Durch die geringe bewegte Masse arbeitet Viaflex energieeffizient. Auch die Verfügbarkeit der Anlage hatte das Team um Manfred Starnecker im Auge, als die Entscheidung für die Shuttles fiel – denn sie sind autark unterwegs. Sollte ein Shuttle ausfallen, können die anderen ungestört weiterarbeiten. Erkennt ein Fahrzeug einen Fehler, fährt es an eine Wartungsstation. Auch die Aufladung der Energiespeicher des Shuttles stört den Betrieb nicht: Das System hat zwei Energiespeicher – einen klassischen Akku und einen Kondensator. Der Kondensator wird jedes Mal, wenn das Shuttle im Lift steht, sekundenschnell geladen.

Anlage über drei Geschosse
Das Versandlager erstreckt sich über drei Geschossebenen: Im Erdgeschoss befinden sich die Einlagerstrecke sowie sechs Kommissionierplätze, die über einen Fördertechnik-Loop miteinander verbunden sind. Von der Fördertechnik werden die Kartons und Behälter den insgesamt neun Shuttle-Fahrzeugen übergeben, die sie dann über drei Lifts zu den beiden oberen Etagen mit den Regalen transportieren. Die Aufteilung der Regalanlage auf zwei separate Geschosse erfolgte aus brandschutztechnischen Gründen. Im ersten und zweiten Obergeschoss stehen jeweils ein 55 Meter langes und 15 Meter breites Einbauregal mit elf Ebenen. Hier ist bei einfachtiefer Lagerung Platz für 36.960 Kartons – kleinere Kartons werden zweifachtief gelagert.

Mit Viadat realisierte Viastore auch die Lagerverwaltung- und -steuerung. Viadat eignet sich für kleine Lager mit geringem Umschlag sowie für Distributionszentren mit mehreren Tausend Orderlines am Tag. Es bietet bei Weisser viele Möglichkeiten zur Konfiguration, so dass Anpassungen durch den Standard abgedeckt werden konnten. pb

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