Intralogistik

Intralogistik: Kurze Geschichte, lange Tradition

Intralogistik ist eine Branche mit kurzer Geschichte - aber langer Tradition. Es handelt sich um eine Querschnittsbranche, die erst in den Jahren 2003/2004 zu diesem noch jungen Begriff fand und ihn schnell auf allen Ebenen adaptierte.

Heute ist der Ausdruck Intralogistik aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken. Früher hörte man Begriffe wie innerbetrieblicher Transport, Lager, Materialfluss und dergl. Jetzt haben sich etwa 1.000 Betriebe aus diesen Bereichen unter dem Begriff Intralogistik zusammengefunden. Betroffen sind Wirtschaftsbereiche wie der Maschinen- und Anlagenbau, die Elektrotechnik, IT-Spezialisten und Systemintegratoren, Planer und Berater etc.

Immerhin geht es um gewichtige Sachen wie Hebezeuge und Krane, Gabelstapler, Lagertechnik und Materialflusskomponenten und deren komplette Steuerung. Der Großteil der Investitionen fließt traditionell in den Bereich der innerbetriebliche Förderung (Wert für 2004: 78 %). Software hatte damals bereits einen Anteil von etwa 14 Prozent erreicht, während etwa acht Prozent für das Lager aufgewendet wurden. Hinzugerechnet werden zahlreiche einzelne Disziplinen: Lager-, mechanische und pneumatische Förderer, Hebezeuge, Flurförderzeuge, Krane, Pufferstrecken, Stetigförderer, Stapler, Telematik, Aktorik, Sensorik, Robotik, Logistik-Software, Ablaufsteuerung, Identifikation, Bildverarbeitung, Sortierung, Kommissionierung, Palettierung, mechanische und pneumatische Förderer, Verpackung, Verladung und IT.

Typisch für die Intralogistik ist die Zusammenarbeit zahlreicher Disziplinen

Das Dematic Multishuttle erreicht hohe Durchsatzleistungen im Kommissionier- und Konsolidierungspuffer. Je Regalebene kommt ein eigener Shuttle zum Einsatz. (Foto: Dematic)

Kennzeichnend ist dabei die interdisziplinäre Zusammenarbeit einzelner Anbieter. Nur in wenigen Fällen kommen alle Anlagenelemente aus einer Hand. Gleichwohl bieten viele Unternehmen die Integration von Technik und IT aus einer Hand an.

Damit ergeben sich Kosten, die nach Ansicht von Fachleuten etwa die Hälfte der 170 Mrd. Euro ausmachen können, die 2008 auf die Logistik fielen. Eine Branche mit Gewicht also, die führend in Europa ist und sich vor der Konkurrenz aus den USA und Japan nicht verstecken muss. Die deutschen Anbieter haben weltweit kräftige Marktanteile und ein hohes Renommee erreicht. Als Kunde betroffen ist eigentlich jede Branche, die Waren produziert, verteilt oder handelt. Die Intralogistik nimmt tonnenschwere Maschinenteile ebenso in die Hand wie leichtgewichtige Ferden.

Definitorisch umfasst die Intralogistik die Organisation, Steuerung und natürlich die Durchführung ausschließlich des innerbetrieblichen Materialflusses, womit sie sich eindeutig von der Transportlogistik mit Lkw, Bahn, Schiff und Flugzeug absetzt.

Zwar verweisen historische Quellen auf frühe logistische und intralogistische Leistungen vor allem auf militärischem Gebiet. Dennoch lässt sich die eigentliche Geburtsstunde der Intralogistik mit dem Einsatz von Hochregallagern und Warenverteilsystemen verknüpfen.

Dies lässt sich etwa auf die Mitte des letzten Jahrhunderts datieren. Selbst zu diesem Zeitpunkt war die Intralogistik lange ein stiefmütterlich behandelter Zweig innerhalb der Unternehmen. Mit zunehmender Globalisierung jedoch kristallisierten sich Logistik und Intralogistik schnell als Rationalisierungs- und Wirtschaftlichkeitsfaktoren heraus, die ein enormes Einsparpotenzial boten. Parallel einher gingen dabei Automatisierung und IT respektive Softwarelösungen.

Intralogistik gehört zur Supply Chain

Die innerbetrieblicher Förderung von Waren und Teilen ist kostenzehrend. Hier liegt ein bedeutender Wertschöpfungsfaktor der Intralogistik. (Foto: Viastore)

Generell wird die Intralogistik als Teil der Supply Chain mit einem großen Potential an Rationalisierung- und Qualitätsmöglichkeiten dargestellt. Es gibt aber keine allgemein gültige Formel für den Kostenfaktor der effizienzen Intralogistik. Dies schwankt von Branche zu Branche erheblich. Meist sind die intralogistischen Aufwendungen durchaus mit den Ausgaben für den Warentransport zum Handel und den Kunden vergleichbar.

40 bis 50 Prozent sind hier möglich, wenn auch bei weitem nicht die Regel. Daraus ergibt sich aber ein interessantes Effizienzpotenzial, was nicht nur betriebswirtschaftliche Auswirkungen hat. Auch die produzierenden Bereiche profitieren deutlich von optimierten Materialflusskonzepten. Denn das ist sozusagen die Blutbahn und Versorgungsader für das Unternehmen.

Räumliche Nähe, zeitnahe Versorgung und optimal zusammengestellte Transporte stellen hohe Ansprüche, die am besten über angepasste Leit- und Steuerungstechniken arbeiten. Hier steigen die umfangreichen IT-Lösungen und Warehouse-Management-Systeme ein. Dies wiederum setzt ein tiefes Verständnis der Prozesse voraus. Die Gestaltung von Geschäftsprozessen im Unternehmen zwischen Unternehmensteilen lautet eine der Aufgaben. Strukturierung der Abläufe, das Entdecken von Ineffizienzen aber auch die Bestimmung von Kosten- und Leistungspotenzialen sind entscheidende Punkte hierbei.

In der jüngeren Vergangenheit ziehen auch verstärkt Umweltgedanken in Planung ein. Die Intralogistik gilt als Sektor mit nennenswerten Einsparmöglichkeiten im energetischen Bereich. Energieeffizienz wird damit unter dem Stichwort Green Logistics zu einem weiteren treibendem Moment in der Intralogistik.

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