handling - Fachportal für Handhabungstechnik, Fabrikautomation, Intralogistik
Home> Handhabung> Handhabungstechnik> Know how Handhabungstechnik>

Schwäbische Werkzeugmaschinen für Goldfassaden in Mekka

Schwäbische Maschinen für Goldfassaden in MekkaEin wirklich glänzender Auftrag

Riva fertigt Türe, Tore, Fassadenelemente für die Erweiterung der Moschee in Mekka. Das Unternehmen aus Backnang hat hierfür zehn SHW-Fahrständermaschinen in Betrieb genommen und dem Aalener Traditionsunternehmen den größten Auftrag der 650 Jahre zurückreichenden Firmengeschichte beschert.

Tor für die Erweiterungsbauten der heiligen Moschee in Mekka

Wenn 2018 Umbau und Erweiterung der heiligen Moschee in Mekka fertig sein werden, dann hat ein deutsches Unternehmen dazu maßgeblich beigetragen. Für Türen, Tore und Fassaden sowie für Balustraden, Ornamente und vergoldete Deckenleuchtsysteme zeichnet Riva Engineering aus Backnang verantwortlich. Das Unternehmen hat SHW-Werkzeugmaschinen einen Rekordauftrag beschert, indem es zehn SHW-Fahrständermaschinen in Betrieb genommen hat. Bei der Zerspanung riesiger Werkstücke aus anspruchsvollen Materialien leisten diese wiederum Rekordverdächtiges. „Wir fertigen für die Bauten der heiligen Moschee in Mekka optisch sehr anspruchsvolle Elemente aus Metall, die in dem klimatisch schwierigen Umfeld dauerhaft bestehen müssen“, betont Klaus Rasch, Prozessentwickler bei Riva in Backnang.

Anzeige
SHW-Werkzeugmaschinen bearbeiten bei Riva in Backnang Werkstücke aus Edelstahl und Aluminium für Mekka

Geliefert wurden vier Fahrständermaschinen der Baureihe Powerspeed 6 mit Kopfwechselsystem und mit doppelten Ständern für Synchron- beziehungsweise Parallelbearbeitung. „Genaugenommen sind es jeweils zwei Maschinen, die miteinander kommunizieren“, präzisiert Christian Hühn, einer der Geschäftsführer von SHW Werkzeugmaschinen. Durch die Parallelbearbeitung von großen, schwer zu handhabenden Werkstücken spart Riva Bearbeitungszeit und erhöht die Produktivität und Qualität bei nur einer Aufspannung. Zusätzlich stehen noch eine Powerspeed 5 und eine Unispeed 6 von SHW WM in den beiden nagelneu erbauten riesigen Hallen. Diese glänzen durch ihre klare und luftige Architektur genauso wie durch ihre gläsernen Fassaden.

Dynamisches Wachstum für Großprojekt mit Zeitdruck

Die Größe des Maschinenparks und der Hallen überrascht zunächst, und dennoch sind die SHW-Maschinen nur ein Teil des gesamten Maschinenparks. So erblickt der staunende Betrachter noch viele weitere Bearbeitungsmaschinen deutscher Hersteller. Genauso wie eine im Bau befindliche dritte Halle und einen angrenzenden Bauplatz für eine vierte Halle. „Bis 2018 soll in Mekka alles fertig sein. Da drängt die Zeit“, bekräftigt Rasch. Bearbeitet wird auf den SHW-Maschinen Aluminium sowie die gesamte Bandbreite an Edelstählen bis hin zu hochfestem und äußerst schwer zu zerspanendem Duplexstahl. Die großen Werkstücke, die auf den Maschinen bearbeitet werden, haben ein maximales Format von 12.000 mal 2.500 Millimeter. Hierzu sind die Maschinen mit dem automatischen Universalfräskopf in orthogonaler Bauweise und dem Gabelkopf mit Hochfrequenzspindel ausgestattet.

Sieht aus wie  Holz – ist aber Aluminium

Riva Engineering fertigt für die Erweiterungsbauten der heiligen Moschee in Mekka Türen, Tore und Fassadenelemente mit einstückigen Isolierglaseinheiten bis 15 Meter Höhe sowie Balustraden, Ornamente und Deckenleuchtsysteme. Was so unspektakulär klingt entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als höchst anspruchsvolle Aufgabe. So werden bis zu 6,30 Meter breite und knapp sieben Meter hohe, zweiflügelige Schwenktore und bis zu 16 Meter breite, vierflügelige Tore aus Glas geliefert, deren je Flügel knapp vier Tonnen wiegenden Glaselemente umlaufend von massiven Profilen aus Duplexstahl eingefasst sind. Die insgesamt über 100 Tore müssen in den schwierigen klimatischen Bedingungen der Wüste mit Temperaturen von nachts unter null Grad und tagsüber bis 50 Grad Celsius sowie Sand und Staub reibungslos funktionieren. Schließlich sollen sie den Pilgerstrom lenken und im Gefahrfall schnell schließen oder öffnen, um Panikfälle wirkungsvoll zu verhindern.

Edelstahlprofile werden zum Abschluss vergoldet

Für die Schwerzerspanung großer Werkstücke eignen sich die SHW-Maschinen ideal. Jedes Tor besteht aus zwölf Teilen und vielen Kleinteilen – je vier Profile pro Flügel, Seitenstützen und Bodenplatten sowie ein Überleger über die gesamte Torbreite, in dem die Flügel geführt werden. „Der passt gerade so auf den Maschinentisch“, erzählt Michael Lutz, Projektleiter von SHW Werkzeugmaschinen. Allein das untere Profil der Toreinfassung wiegt vor der Bearbeitung etwa 800 Kilogramm und nach den Fräs- und Bohroperationen rund 500 Kilogramm. Das erfordert auch eine hohe Leistung für das Spänemanagement. Die Späne werden direkt an der Maschine sortenrein nach Edelstahl oder Aluminium getrennt und abtransportiert. Für je zwei Maschinen ist eine Anlage zur Kühlschmierstoffversorgung installiert. Nach der Zerspanung gehen die Werkstücke noch zum Schleifen und Polieren sowie zum Vergolden. Die auf Hochglanz polierten Edelstahlteile erhalten eine 3,5 Mikrometer dicke Schicht aus purem Gold.

Für die Innenraumbeleuchtung der heiligen Moschee in Mekka steuert Riva mehr als 12.500 Laufmeter Leuchten bei. Deren „Leuchtengitter“ ist jedoch keineswegs aus dünnem Blech gefertigt. RIVA fräst dafür auf den SHW-Maschinen aus massivem Edelstahlblech die typischen orientalischen Muster heraus, bevor auch diese anschließend vergoldet werden. Klaus Rasch erklärt: „Qualität ist das Allerwichtigste. Alles soll nicht nur schön aussehen, sondern auch dauerhaft halten.“ Das gilt auch für die Fassadenelemente, die in großer Zahl in den riesigen Erweiterungsbauten eingeplant sind. Etwa zwei mal sechs Meter messen die 70 Millimeter dicken Aluminiumplatten, aus denen ebenfalls die klassischen orientalischen Ornamente herausgefräst werden, bevor je zwei von ihnen eine Glasscheibe oder ein „bird mesh“ in ihre Mitte nehmen und in die Fassade integriert werden.

Sehr kurzfristige Fertigungsplanung wird umgesetzt

Mit einer Fahrgeschwindigkeit von 30.000 Millimeter pro Minute kommen die Doppelständer der Powerspeed 6 auf ihrem 14.000 Millimeter langen Verfahrweg schnell an jede Stelle der bis zu 12.000 Millimeter langen Werkstücke. Senkrecht fährt der Spindelstock in Z-Richtung bis auf 2.100 Millimeter in die Höhe und waagrecht in Y-Richtung bis auf 1.500 Millimeter in dem auf Kundenwunsch gedrehten Koordinatensystem. Kernstück der SHW-Maschinen ist seit über 50 Jahren der kompakte und kraftvolle automatische Universalfräskopf in orthogonaler Bauweise. Mit dem gelenkigen Fräskopf können rechnerisch mehr als 216.000 Positionen des Werkstücks schnell und positionsgenau angefahren werden, resultierend aus 180 Grad Schwenkbereich der A-Achse und 360 Grad der stufenlosen C-Achse, wie sie bei Ausführungen mit Kopfwechselsystem zum Einsatz kommt. Der kompakte Kopf schwenkt vollautomatisch in jede gewünschte Position. „Das schafft genau die Flexibilität und eine hohe Maschinenverfügbarkeit von über 90 Prozent, die wir in der oftmals sehr kurzfristigen Fertigungsplanung brauchen“, bestätigt Rasch.

Zerspanungsprozesse werden zur Live-Übertragung

Monitore übertragen live den Fertigungsprozess

Die Kunden erwarten Qualität ‚Made in Germany’, weshalb nur beste Technologien in höchster Qualität zum Einsatz kommen. Davon überzeugen sich die Vertreter des Kunden gerne persönlich vor Ort. Sie kommen ab und zu vorbei, um den Auftragsfortgang zu begutachten. Das erklärt auch, warum an den Umhausungen der SHW-Anlagen riesige Riva-Schriftzüge in blau oder rot schon von weitem den Betriebszustand der Maschinen signalisieren und riesige Flachbildschirme hängen, auf die die laufenden Zerspanungsprozesse durch hochauflösende Kameras übertragen werden. „Unsere Kunden haben so die Möglichkeit, Zerspanungsprozesse live mitzuerleben, ohne den Maschinenraum betreten zu müssen.“ pb

Weitere Beiträge zum Thema

Schuler Yangzhou Vertragsunterzeichnung

Schuler übernimmt Mehrheit an YangzhouEin Programm für das mittlere Segment

Der Pressenhersteller Schuler übernimmt mehrheitlich den chinesischen Werkzeugmaschinenhersteller Yangzhou Metal Forming Machine Tool Co., Ltd. (Yadon) und will damit seine Position auf dem weltweiten Wachstumsmarkt für Werkzeugmaschinen stärken.

…mehr
Perspektive 4.0-Planung

Industrie 4.0: 3D-Produktkonfigurator...Die Anlage entsteht als 3D-Modell

Auf dem Weg zur Industrie 4.0 müssen auch die Produktionsanlagen immer intelligenter werden.

…mehr
Haas F1-Team Heimatbasis USA

Automatisierer Haas hält mit dem F1-Team...Runde um Runde bis zum Start

Das Haas F1-Team, gesponsort vom Werkzeugmaschinenbauer Haas, liegt im Zeitplan, um im Jahr 2016 sein erstes Rennen bei der Formel-1-Weltmeisterschaft der FIA zu.

…mehr
Leichtbauroboter

LeichtbauroboterSchnell angelernt an der Maschine

Produktionssteigerung dank flexibler Roboter-Komplettlösung. Fries Maschinenbau optimiert Hartdrehprozess mit Leichtbauroboter von Universal Robots zur Bestückung einer CNC-Maschine.

…mehr
Rundtische

RundtischeKühlung im Drehbetrieb

Mit der Entwicklung eines neuen Kühlkonzepts präsentiert Peiseler erstmals Rundtische, die mit 100 Prozent Einschaltdauer im vollen Drehbetrieb laufen.

…mehr

Neue Stellenanzeigen