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Ident- und Kommunikationstechnik, 09-2010
RFID-Identifikation

Schnell und zuverlässig

Der zweidimensionale Data Matrix Code ist über eine Direktmarkierung i...
Objekterkennung in der Praxis
Barcode, 2D-Code und RFID tragen entscheidend dazu bei, Supply Chains transparenter zu gestalten. Der Weg von Objekten lässt sich damit lückenlos in allen Fertigungs- und Lieferprozessen zurückverfolgen und steuern.

Die Radiofrequenz-Identifikation (RFID) ist ein gutes Beispiel für die Möglichkeiten, die AutoID-Technologien bieten. Die Funketiketten lassen sich ohne direkten Sichtkontakt zu Lesegeräten und im Pulk – also in großer Anzahl auf einmal – erfassen. Sie können große Datenmengen und damit detaillierte Objektinformationen speichern und eignen sich besonders für den Einsatz in komplexen Logistikprozessen.

Einsatzmöglichkeiten von RFID finden sich beispielsweise in der Intralogistik und im Versand. Bei besonders hochpreisigen Waren im Automobil- oder Elektronikbereich unterstützt die Technologie die Nachverfolgung und Qualitätssicherung von Bauteilen über die gesamte Produktionskette hinweg. Fertigungsfehler lassen sich leicht zurückverfolgen. Automobilhersteller kennzeichnen zunehmend ihre Fahrzeuge mit RFID-Etiketten, damit Fehler bei der Verladung ausgeschlossen werden.

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Auch bei der Kommissionierung lässt sich RFID verwenden. Ein Beispiel dafür ist der Einsatz der RFID-Technologie beim Verpackungshersteller Richter & Heß, einem Anbieter industrieller Verpackungslösungen – auch für Gefahrgüter. Das Unternehmen nutzt in seinem neuen Werk RFID-Transponder an den Paletten und Hochregalen im Lager sowie RFID-Lesegeräte an den Gabelstaplern. Dadurch lassen sich Warenein- und -ausgänge sowie die Ein- und Auslagerung von Material und Produkten schneller und zuverlässiger durchführen. Grundlage dafür ist die schnelle Kommunikation der RFID-Hardware mit dem Warenwirtschafts- und Lagermanagementsystem. Sobald eine Materiallieferung bei Richter & Heß eintrifft und im Warenwirtschaftssystem registriert ist, zeigt das Lagerverwaltungssystem dem Gabelstaplerfahrer über ein Dashboard eine freie und geeignete Regalposition an. Er findet sofort den entsprechenden Platz und spart wertvolle Zeit bei der Einlagerung. Nach der Ablage wird automatisch mittels RFID die Lagerposition kontrolliert, sodass Fehler, die die spätere Kommissionierung beeinträchtigen würden, vermieden werden. Statt Papierlisten zu verwalten, werden die Materialwirtschaftler über das RFID-System jederzeit genau informiert, welche Teile vorrätig sind und können bedarfsgerecht nachbestellen. Die Lagerbestände werden transparent, die Verwaltung der Lagerplätze wird optimiert. Überschüssige Lagerkapazitäten werden vermieden.

Komplementärer Einsatz

RFID-Technologie bietet Unternehmen aller Größenordnungen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile. Wenn Firmen ihre Logistikprozesse modernisieren wollen, bietet der Markt eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten von RFID mit anderen Lösungen der Automatischen Identifikation (AutoID) wie Barcode oder 2D-Code. Nicht in jedem Fall ist die Radiofrequenz-Identifikation für den individuellen Anspruch geeignet, so zum Beispiel bei der Kennzeichnung von Massenartikeln wie Schrauben oder Kabelleitungen. Denn der relativ aufwändige Prozess der Herstellung von RFID-Etiketten verursacht vergleichsweise hohe Einzelkosten. Datenträger für optische Identifikationsverfahren mittels Barcode oder QR- und Data Matrix Code lassen sich im Gegensatz dazu schnell und kostengünstig ausdrucken.

Auch eine Direktmarkierung von Teilen mittels Data Matrix Code kann eine Alternative sein, beispielsweise im Maschinenbau, wo die Objekte extremen Bedingungen wie Hitze, Staub oder Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Der zweidimensionale Code lässt sich ohne die Verwendung von Trägermaterial direkt in die Oberfläche von Metallteilen einstanzen oder durch Laser einbrennen. Vor dem Hintergrund dieser Möglichkeiten und Eigenschaften im Vergleich zu anderen AutoID-Technologien empfiehlt sich RFID generell für den Einsatz an wiederverwendbaren Transportbehältern sowie bei hochpreisigen Teilen und Produkten. Auch Marktexperten wie die Unternehmensberatung McKinsey bestätigen diesen Trend. Einer Studie der Experten zufolge ist derzeit nur jeder zwanzigste Artikel, dafür aber jede dritte Verpackung und jede zweite Palette mit RFID-Etiketten ausgestattet.

„Internet der Dinge“

Die derzeitigen Anwendungsmöglichkeiten von AutoID-Technologien und RFID im Besonderen zeigen, dass sie Unternehmen vielfältig unterstützen können. Derzeit gehen die Anstrengungen von Forschung und Entwicklung sowie der Wirtschaft in Richtung des „Internets der Dinge“. Darunter verstehen Experten eine fortschreitende und unternehmensübergeifende Vernetzung weltweiter Lieferketten mit betriebswirtschaftlichen Systemen im Internet. Über Technologien wie RFID können künftig beispielsweise Objekte in der Intralogistik miteinander oder mit Maschinen kommunizieren sowie mit einem eigenen digitalen Produktgedächtnis versehen werden.

Damit es im Zuge einer weiteren Vernetzung der Technologie sowie beim Austausch von Unternehmens- und Kundendaten keine Datenschutzlücken gibt, arbeiten Industrieverbände wie AIM gemeinsam mit der Europäischen Kommission und Institutionen wie dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeinsam an Richtlinien und Handlungsempfehlungen für Datenschutz und Datensicherheit. In einem ersten Schritt hat die RFID Informal Working Group der EU-Kommission, in der auch AIM mitwirkt, das PIA Framework (PIA: Privacy Impact Assessment) erstellt. Es soll die Umsetzung der EU-Empfehlung für RFID-Datenschutz vom 12. Mai 2009 begleiten und Betreiber von RFID-Anwendungen bei der Datenschutzfolgeabschätzung unterstützen. Die „Technischen Richtlinien für den sicheren RFID-Einsatz“ des BSI setzen an diesem Punkt an und bieten Betreibern aus verschiedenen Branchen konkrete Vorlagen für Datenschutzmaßnahmen und deren Dokumentation. Gemeinsam mit dem BSI hat AIM den europäischen Kontext dieser Richtlinien in dem gerade veröffentlichten Grundlagendokument „Technical Guidelines RFID as Templates for the PIA Framework“ transparent gemacht. Wolf-Rüdiger Hansen/bw

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